#85 - Anders. Für immer. Wir Geschwister von Menschen mit Behinderung

Shownotes

In der heutigen Folge unterhalte ich mich mit Dunja Batarilo. Sie ist, wie in dem Vorwort ihres neuen Buches zu lesen ist, Expertin für Geschwisterkinder - jenen Geschwisterkindern, die Brüder oder Schwestern mit einer Behinderung oder chronischen Erkrankung haben. Ihre Expertise geht weit über die eigene Geschichte hinaus, denn sie hat die Geschichte von hunderten von Geschwistern gesammelt und engagiert sich umfangreich für genau diese Gruppe von Menschen in all ihrer Diversität und all ihren Erfahrungen, die sie sich teilen. Mit ihr spreche ich passend zu dem Buch „Anders. Für immer“, welches am 02.1. 2026 erschienen ist, über diese geteilten Erfahrungen und dennoch diese einzigartige Erzählung einer jeden Familiengeschichte. Ich will wissen, wie sich mein Blick als Mutter von vier Geschwistern mit ihrem gleicht und unterscheidet und ich glaube, dass wir voneinander profitieren, so wie Eltern und Geschwisterkinder, wenn sie einander nicht nur beobachten, sondern verstehen lernen.

Viel Freude beim Zuhören, Reinfühlen und Verstehen. Alles Liebe Ini

Mein Name ist Ini Martius und ich bin Emotions Mastercoaching für pflegende Elternteile und Paare. Um Austausch, Impulse und das Arbeiten an deinen Themen an einem digitalen Ort zu vereinen, habe ich 2025 die "ausserordentlich & glücklich - Akademie" gegründet.

Im Podcast nehme ich dich mit in meine Erkenntnisse und Prozesse, sowie in emotionale Interviews mit GästInnen, die selbst eine außerordentliche und glückliche Lebensgeschichte mit dir teilen. Falls du Fragen an mich hast oder dir auch Begleitung und Unterstützung wünschst, wende dich an hallo@ausserordentlichgluecklich.de

Wir freuen uns, dich und deine Geschichte kennenzulernen!

Dieser Podcast ist eine Produktion der außerordentlich & glücklich-Akademie 2026

Idee: Irina Martius Konzeption: Irina Martius & Nadine Querfurth Produktion / Schnitt / Gäste-Management: Nadine Querfurth (@nadinequer)

Instagram: @ausserordentlich_gluecklich

Infos zur heutigen Folge: Buch von Dunja Batarilo Anders. Für immer. Erscheint 2.11.2026 https://www.droemer-knaur.de/buch/dunja-batarilo-anders-fuer-immer-9783426570500

Geschwistergruppen für Kinder finden sich mittlerweile in vielen Städten und Regionen. Bei der Suche hilft https://www.bunter-kreis.de/geschwisterkinder/geschwister-club https://www.stiftung-familienbande.de/angebots-suche.html Die Plattform für Geschwister, die Dunja Batarilo mitbegründet hat, heißt Blick | Punkt | Geschwister, zu finden unter https://blickpunktgeschwister.de/ Infos zu Geschwistertreffen, Termine, Stammtische & Facebookgruppen von Erwachsenen Geschwistern findet man über den Blog von Sascha Velten: https://erwachsene-geschwister.de/ Instagram Account Dunja Batarilo @dunjabatarilo.de Informationen zu Alzheimer und Downsyndrom: https://taz.de/Neurologe-ueber-Alzheimer-und-Downsyndrom/!5984897/, https://taz.de/Alzheimer-bei-Downsyndrom/!6025019/ und auch zum Hören: https://www.podcast.de/episode/625224394/down-syndrom-und-alzheimer-fragen-an-dr-georg-nuebeling Mein Podcast für/mit Erwachsene(n) Geschwister(n): https://www.podcast.de/podcast/2627606/fuer-immer-anders-und-total-normal-der-podcast-fuer-geschwister-von-menschen-mit-behinderung

Transkript anzeigen

00:00:09: Hallo und herzlich willkommen bei außerordentlichem Glücklich, dem Podcast über das echte Leben.

00:00:14: Seine Herausforderung und wie man das Glück darin findet!

00:00:18: Mein Name ist Inni Marcius Ich bin Emotionscoachin Und die Stimme hinter der gleichnamigen Akademie, dem Insta-Account & Blog.

00:00:31: In der heutigen Folge unterhalte ich mich mit Dunja Batari Lu.

00:00:35: Sie ist – wie in dem Vorwort ihres neuen Buches zu lesen ist – Expertin für Geschwisterkinder jenen Geschwisterkindern, die Brüder oder Schwestern mit einer Behinderung oder chronischen Erkrankungen haben.

00:00:45: Ihre Expertise geht weit über die eigene Geschichte hinaus – denn sie hat die Geschichten von Hunderten von Geschwisters gesammelt und engagiert sich umfangreich für genau diese Gruppe von Menschen in all ihrer Diversität und in den Erfahrungen, die Sie sich teilen!

00:00:58: Mit Ihr spreche ich passend zu dem Buch Anders Für Immer welches am zweiten Elften also gestern erschienen ist über diese geteilten Erfahrung und die dennoch einzigartige Erzählung einer jeden Familiengeschichte.

00:01:10: Ich will wissen, wie sich mein Blick als Mutter von vier Geschwistern mit ihrem Gleicht und unterscheidet – weil ich glaube das wir voneinander profitieren sowie Eltern- und Geschwisterskinder wenn sie einander nicht nur beobachten sondern verstehen lernen.

00:01:23: Viel Freude beim Zuhören, reinfühlen und verstehen!

00:01:35: Hallo, liebe Dunja.

00:01:38: Ich freue mich sehr, dass du heute da bist vor allem weil wir eben schon kurz geschnackt haben und wie sogar ein bisschen angeschlagen bist.

00:01:44: aber das freut mich umso mehr, dass wir uns die Zeit heute nehmen für dieses schöne Gespräch.

00:01:49: gestern am zweiten elften ist dein wohl persönlichstes Buch erschienen anders für immer eine Auseinandersetzung mit dem Geschwistersein von Menschen mit Behinderung oder chronische Erkrankungen.

00:01:59: Du bist selbst die jüngere Schwester eines heute erwachsenen Mannes mit dem Down-Syndrom Dein Bruder David.

00:02:04: Im Buch teilst du Eindrücke deiner eigenen Geschichte und die vieler weiterer Geschwister.

00:02:09: Dich selbst hat dieses Thema mit etwa Ende dreißig gepackt, im eigenen Kinderwunsch ist dir schmerzlich bewusst geworden dass manche Teile all einer Geschichte unbewusst in uns arbeiten.

00:02:18: genau darüber möchte ich mit ihr sprechen und über die Verantwortung und Chancen die für Mütter wie mich darin stecken.

00:02:24: zuerst mag ich dich doch fragen Wie kommst Du denn heute?

00:02:27: Hier an!

00:02:28: Wie geht es Dir gerade?

00:02:29: Ja Ich bin ähm Wirklich ganz schön angekratzt.

00:02:33: Ich hoffe, man kann mich gut verstehen!

00:02:35: Also ich bin zwischen total stolz auf dieses Buch und glücklich dass es endlich da ist weil das ja wirklich eine unglaublich lange Reise war Und ganz schön geschlaucht Weil's auch unfassbar viel Arbeit bedeutet hat bedeutet und ich da gerade oft über meine Grenze gehe.

00:02:53: Das glaube ich, ja.

00:02:54: Ich glaube einfach auch das Promoten von so einem Buch ist immer noch mal im Nachgang so viel Arbeit.

00:02:57: Da hat man das Buch endlich fertig.

00:02:59: Du atmest schon schwer durch!

00:03:01: Ja,

00:03:02: genau.

00:03:04: Man ist ja auf der Zielgeraden und denkt dann ist es bald fertig und dann die Korrekturen und dann Fahne und dann lasse ich fallen und kann aber nichts fallen lassen.

00:03:11: Dann muss man sofort weiter rennen.

00:03:13: Und der Punkt an dem man sich mal richtig ausatmet kommt nie.

00:03:18: Genau, der kommt vielleicht dann in der Weihnachtszeit.

00:03:21: Ha ha!

00:03:21: Da kommt er ja mal.

00:03:25: Das ist der Grund warum wir Raunachtspakete in der Akademie verkaufen weil wir wissen pflegende Mütter brauchen eine Zurückbesinnung auf sich an der Weihnachszeit.

00:03:33: Oh Mann schön.

00:03:33: aber das heißt unabhängig davon dass noch viel zu tun ist es trotzdem Meilenstein geschafft?

00:03:40: Ja total genau ist schon echt ein großes Ding

00:03:43: Ja.

00:03:44: Und du sagst das schon, ne?

00:03:45: Es ist auch viel gewesen und ich hab alleine in der Leseprobe, die ich vorablesen konnte ja auch gesehen was so die Kapitelauswahl ist und was darin so auftaucht.

00:03:53: dann dachte so Boah!

00:03:54: Der Umfang den Du Dich gewidmet hast es halt einfach auch riesig,

00:03:57: ne?!

00:03:58: Ja, der hat sich so aufgetan.

00:04:01: Der ist halt einfach da.

00:04:03: Ich habe immer noch das Gefühl eigentlich ich hätte hundert Seiten mehr haben müssen...

00:04:06: ...es ist nur nicht alles erzählt so

00:04:08: überhaupt nicht nee aber es ist

00:04:09: super.

00:04:10: dass macht ja Chance auf Buch Nummer zwei

00:04:12: Oh Gott!

00:04:14: Dunja, ich mag mit

00:04:15: dir viel anderes schreiben.

00:04:16: Ich mag mit ihr trotzdem heute auch über deine Geschichte sprechen.

00:04:19: und vielleicht um alle so ein bisschen mehr mit dem in Kontakt zu bringen die dich noch gar nicht so kennen... Ich habe damals einen Artikel von dir gelesen im Spiegel über den Weg deines Kinderwunsches.

00:04:31: der hat dich tiefer und tiefer mit dieser Geschwister-Erfahrung und der viele anderer Menschen ihre Geschwisterserfahrungen Kontakt gebracht.

00:04:38: Heute bist du Mutter einer Tochter.

00:04:41: Das war ein innerlich weiter Weg.

00:04:43: Kannst du kurz mal erzählen, warum das so'n Weiterweg für dich war?

00:04:47: Das war... So'n weiter Weg weil irgendwie mit diesem... Also mir war immer klar ich wünsch mir Familie und dann hat das irgendwie es wurde dass nie wahr.

00:04:59: also ich hatte irgendwie da war immer kein Typ oder nicht der richtige Typ oder ich wurde wie... Es ist irgendwie hab ich's habe ich wahrscheinlich auch unbewusster daran mitgewirkt, dass das sehr lange gedauert hat bis sich eine Situation hergestellt hat in der es dann mal denkbar war.

00:05:14: Und dann also wirklich quasi auf Knopfdruck ist so ne krasse Angst über mich gekommen!

00:05:22: Also ich hatte richtig ... hab keine Luft mehr gekriegt.

00:05:24: später dann ja auch wahnsinnige Rückenschmerzen, das habe ich ja in dem Artikel unter anderem beschrieben und da war richtig so ne Wand aus Angst Und es war total absurd, weil das war doch das wovor was ich mir so gewünscht hatte.

00:05:38: Dass jetzt mal möglich ist und dann war das echt eine ganz intensive Auseinandersetzung.

00:05:45: Was is denn da los?

00:05:47: Ich musste für mich erstmal echt richtig tief reinsteigen und mich Dingen und Gefühlen widmen von denen ich keine Ahnung hatte dass die da sind nicht zugelassen irgendwie.

00:06:03: Also diese Liebe zu meinem Bruder und diese unbedingte Solidarität, die war immer da.

00:06:08: aber als dann da diese unglaubliche Angst aufgetaucht ist stand ja... hat mich das total blockiert weil ich das Gefühl hatte es kann doch wenn ich jemand so lieb habe kann es keine Belastung sein!

00:06:20: So dass widerspricht sich doch.

00:06:22: Also das konnte ich damals überhaupt nicht, dass Gleichzeitigkeit möglich ist war glaube ich für mich in den letzten Jahren eine der wichtigsten Erkenntnisse.

00:06:30: Das mit widersprüchen Leben halt...das Leben ist umso mehr wenn man Behinderung so nah an sich ran hat.

00:06:37: Das hat war für mich total der Prozess eigentlich für mich selber anzuerkennen.

00:06:43: da is wahnsinnig viel Liebe und da war es einfach auch ne Belastung.

00:06:47: Und darauf hat diese Angst mich hingewiesen Und das war total schwer und hat auch lang gedauert, mich da so durchzufügen irgendwie.

00:06:58: Ich werde ohne andere Geschwister mit denen ich gesprochen habe gar nicht hingekommen.

00:07:03: Würdest du sagen, da waren nur die Mauer aus Angst oder war hinter der Mauer noch was anderes?

00:07:11: Na ja, da war auch ... Da war auch so ein Schweigegebot also einmal eins nach innen das bestimmte Gefühle und Gedanken dass ich einfach gar nicht auch für mich ausgesprochen hätte.

00:07:26: Und auch nach außen dieses darf ich das sagen, ist es okay zu sagen, ey, das war echt auch schwer und das is' echt auch manchmal schwer?

00:07:35: Also... Ist das nicht verrat?

00:07:37: Also verrat ist da für mich ein ganz wichtiges Wort.

00:07:40: Es hat sich angefühlt wie Verrat darüber zu sprechen.

00:07:44: Ich glaube, wenn ich dich gerade so angucke und merke was da in deinem Gesicht zu passiert, verrate es halt immer eine Verletzung von Zugehörigkeit und Liebe.

00:07:51: Und wenn man seinen Bruder so sehr liebt ... dann ist das schwer auszuhalten.

00:07:57: Total!

00:07:58: Und auch ne ganz große Sperre war für mich auch... Ey meine Mama!

00:08:02: Ja Also du bist ja auch Mama, ne?

00:08:06: Ich find's bis heute wahnsinnig schwer mit Eltern zu sprechen manchmal.

00:08:10: Hallo!

00:08:12: Genau hallo Mit dir glaube ich nicht, weil es ist ja dein Job dich auf Emotionen einzulassen und die da sein zu lassen.

00:08:20: Also dir traue ich das total zu, dass du jetzt meine Gefühle aushältst, die ich dazu vielleicht habe oder die Sätze, die Ich da vielleicht sage.

00:08:27: Aber da ist immer so eine ganz große Hemmung.

00:08:30: So ist immer ein Ohr, ich will dich nicht verletzen.

00:08:33: Ohr!

00:08:33: Ich weiß doch, dass Du ganz viel trägst und tust.

00:08:35: Und genau... Da ist total der...ich fühl da immer noch so einen Maulkorb irgendwie.

00:08:42: Ja verrückt

00:08:43: Ja, und halt einen aus Liebe.

00:08:46: Und das hat keiner umgelegt?

00:08:47: Oder hast du das Gefühl des Schweigegebot wurde dir irgendwann übertragen?

00:08:52: Ich glaube ich habe es erlernt!

00:08:54: Es ist eher so adaptiert.

00:08:56: Eher meine Mutter in unserer Familie wurde nicht darüber gesprochen dass es da auch Schwieriges zu bewältigen gibt oder so.

00:09:05: Also mit meinen Eltern haben wir alles unglaublich positiv.

00:09:09: Also nach dem ersten Schock haben sie irgendwann eine ganz positive Haltung so dazu angenommen, die ihnen bestimmt auch viel Kraft gegeben hat.

00:09:18: Aber jetzt kommt halt das aber... Ja.

00:09:22: Das Dinge auch schwierig sein können oder so dass das kam nicht vor und es hat lange gedauert bis ich mir das zugestehen konnte, dass für mich aber so ist und dass meine Wahrheit da anders aussieht.

00:09:35: Ja, spannend.

00:09:36: Ich hör grad zu und denke so... Mein Gehirn rattert ganz viel einmal auf der Coachperspektive natürlich draufzugucken.

00:09:43: Hey da ist ein Familiensystem, wo nach außen hin eine Positivität ist also so in Bezug zu einer Leichtigkeit, zu einer Offenheit auch demgegenüber wie das Leben so ist einen grundlegenden Optimismus zu haben Und andererseits merkst du immer wachsene Alter.

00:09:56: Du stehst vor dieser Mauer aus Angst die eher genau das gegenüberliegende Feld ist nämlich Ordnung und Stabilität.

00:10:02: Was mache ich hierauf wenn das gleiche noch mal passiert?

00:10:06: Und das stellt uns ja vor Fragen, also dich auch.

00:10:08: Stellt euch auch vor die Frage wie gehe ich damit um?

00:10:10: Wenn es mir jetzt passiert wäre...

00:10:11: Total und das war das Dilemma in dem ich damals so krass gesteckt habe.

00:10:15: dieses würde ich das wissen wollen eigentlich nicht weil meine moralische Überzeugung ist bis heute auch total stark.

00:10:24: Ich möchte in einer Welt leben in der wir Vielfalt akzeptieren und ich will so einen Menschen nicht aussortieren wenn ich darum weiß dass sie oder er anders durchs Leben laufen wird.

00:10:34: Und gleichzeitig war mir völlig klar, aber ich kann kein Kind mit Behinderung kriegen.

00:10:40: Ich kann einfach nicht ... Oder es war so ein Gefühl von mein Leben ist dann vorbei und ich hab mich das selber innerlich sagen hören gedacht, das kannst du nicht sagen!

00:10:49: Das ist nicht die Dunja.

00:10:51: Es hat alles nicht zusammengepasst.

00:10:53: also ich war ein totales Chaos.

00:10:56: Du hast halt komplett die Rolle verlassen, die du in deinem Familiensystem kanntest?

00:11:00: Und jetzt baust du ein eigenes Familiensystem auf.

00:11:02: Jetzt ist die Frage, wie wird da Ordnung und Stabilität geschaffen?

00:11:07: Ist das das Nein zu einem Kind mit Behinderung oder ich bin offen dafür aber muss es nicht zwingend haben wollen?

00:11:15: Das war bei uns eine Frage, die sehr oft kam.

00:11:16: Ich hab früher viel über unser Leben mit Tilman geteilt als er auf der Welt war.

00:11:21: In der heutigen Zeit von Social Media manchmal auch so einen Ansporn, auf die Art Sichtbarkeit zu schaffen, Aktivismus zu betreiben, dem ich immer noch total positiv auch gegenüberstehe.

00:11:32: Das hat sich nur für mich verändert, weil ich für Tilly auch sehe der hat auch Persönlichkeitsrechte und er darf mitentscheiden was ich über ihn erzähle.

00:11:37: Ich möchte auch mein Leben nicht über ihnen definieren und meinen Erfolg erst recht nicht.

00:11:42: Und gleichzeitig gab es damals aber ganz viel die Frage der Followerinnen Die auflegende Mütter waren Boah wie kannst du dich trauen nochmal Geschwisterkinder zu kriegen?

00:11:51: Und Testet ihr jetzt?

00:11:54: das war wirklich die erste frage als klar war dass wir schwanger sind.

00:11:58: testet ihr Und meine Antwort war ziemlich eindeutig,

00:12:01: ja.

00:12:03: Und zwar nicht weil wir das Kind mit Behinderungen abgelehnt hätten.

00:12:05: aber Tillys Behinderung kam überraschend in unser Leben und die hat uns zwei Wochen Intensivtherapie beschert weil die Cleaning in der wir entbunden haben nicht darauf ausgelastet war dass so unterstützen zu können.

00:12:16: Wir mussten zweimal Not verlegt werden mit langen Fahrzeiten direkt nach einer Entbindung ist kein Spaß sage ich dir?

00:12:23: Das war so ein Punkt wo ich gesagt habe Ich möchte wissen was da auf mich zukommt.

00:12:27: Wie war das für dich?

00:12:28: Konntest du irgendwann beides miteinander vereinbaren?

00:12:31: sagen, ich möchte mich nicht aktiv dafür entscheiden ein Kind mit einer Behinderung großzuziehen aber ich möchte es nicht ausschließen falls es so kommt.

00:12:40: Bei mir war es so dass ich erst mal es hinkriegen musste mir zu sagen okay ich werde jetzt einfach erstmal schwanger auch wenn ich nicht weiß ob ich dann teste oder nicht.

00:12:51: Also ich bin da gar nicht hingekommen, sondern ich hab erst mal irgendwie quasi so innerlich springen müssen und sagen jetzt das sehe ich dann.

00:12:59: Die

00:12:59: eigene Schwelle war erstmal dieses Erlaubnis schwanger werden zu dürfen.

00:13:03: So quasi deinem Familienwunschraum zu geben?

00:13:05: Ja erlaubt es wenn ich noch nicht weiß was ich dann tue.

00:13:09: Vielleicht

00:13:09: meine Haltung eine andere ist als die von der Dunja die seit Jahrzehnten immer den Kopf schütteln und sagt diese ganze Nipp-Testerei Ich find's zum Kotzen.

00:13:19: Dann war ich schwanger und dann ist ziemlich genau in dem Zeitraum, wo man sich um so ein Test kümmern muss.

00:13:25: Das war damals noch keine Kassenleistung.

00:13:28: In diesem Zeitraum hatte meine Mutter einen kleinen Schlaganfall der Gott sei Dank dann spurenlos an ihr vorbei ging.

00:13:33: das war eine Tier aber für ein paar Tage lag also sie lag eben auf der Stroke Unit und wir wussten nicht wie es weitergeht sind die ersten Tage und Wochen ja ganz vulnerabel.

00:13:44: Und es hat eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass man einen zweiten schwereren Schlaganfall kriegt.

00:13:48: Da war dieses Szenario, was wenn meine Mutter pflegebedürftig ist... ...und ich habe ein behindertes Bruder und dann kommt noch ein Kind mit Behinderung drauf?

00:13:57: Ja!

00:13:57: Und da hatte ich das Gefühl, ich muss jetzt wissen, was hier los ist.

00:14:01: Versteh' ich.

00:14:02: Also wenn ich irgendwie ne Chance hab zu wissen was da in meinem Bauch ist.

00:14:05: Und natürlich hat man ja auch nur einen Bruchteil der Information über so ein Test und ob die zuverlässig sind, und bladibler.

00:14:12: Aber ich hatte plötzlich einfach das Gefühl, ich muss es wissen und dann werde ich eine erwachsene Entscheidung treffen.

00:14:16: Super!

00:14:16: Und wie die aussieht wusste ich nicht.

00:14:18: aber ich hatte das Gefühl von... Ich kann jetzt nicht so tun als gäbs nicht die Möglichkeit hier mehr zu erfahren.

00:14:25: Das habe ich dann gemacht und das hat sich trotzdem einfach furchtbaren gefühlt.

00:14:29: Glaub' ich.

00:14:30: Und gleichzeitig ist es ein souveräner Umgang mit Deiner Angst.

00:14:33: Du schaffst einen Mehr an Wissen, ein Mehr an Sicherheit.

00:14:37: Was dir dazu verhilft deine eigene Entscheidung zu treffen?

00:14:42: Was denkst du gerade?

00:14:45: Ja ich denke grad zurück an dieses Wie das so war.

00:14:50: Ich glaube der Druck hat sich einfach erhöht.

00:14:53: Also Stück weit hatte es mir glaub ich einfach.

00:14:56: Im Nachhinein denke ich also in der Zwischenzeit ist meine Mutter ja an was anderem gestorben Und war zuvor auch pflegebedürftig eine Zeit lang.

00:15:07: Ich glaube, ich hatte da einfach kurz so einen Moment von ... Die Realität kann so hart sein und ich muss gucken ob ich sowas tragen kann.

00:15:15: Auch wenn ich ja noch keine Ahnung hatte was es dann zu tragen gilt.

00:15:18: aber ... Ja das hat glaube ich kurz dieses Ansteigen des Drucks dafür gesorgt dass ich noch ein Stück weniger das verdrängen konnte Schwelle oder Hürde einfach dann drüber konnte.

00:15:33: Ja, verrückt wäre uns manchmal Dinge die im ersten Moment so unangenehm oder so negativ sind wie die Schlager- und Fallerfahrung deiner Mutter denn damals in deiner Frühschwangenschaft?

00:15:44: Uns doch auch hilfreich sein können!

00:15:47: Und dann war es tatsächlich so dass ich total erleichtert war.

00:15:50: Sobald das Ergebnis da war sah dann der glücklicherweise alles ganz normal aus und dann dachte ich auch ach eigentlich wie gut dass ich's gemacht habe weil ich kann jetzt unbeschwärter Schwanger sein, als ich sonst gewesen wäre.

00:16:02: Ja

00:16:03: verstehe ich wirklich gut.

00:16:07: Das Buch was du geschrieben hast befasst sich ja mit vielen Themen und Kapiteln, mit verschiedensten Blickwinkeln auf dieses Geschwister erleben und du teilst deine eigene Geschichte und die andere um Gedanken und Gefühle anzusprechen genau wie du es eben gesagt hast manche Sachen die so ein Schweigegebot haben vielleicht auch Die eher in der internen Familie gemanagt oder auch erlebt werden.

00:16:30: Was ist aus deiner Perspektive am schwierigsten für Geschwister von Kindern mit Behinderung oder chronischer Erkrankungen?

00:16:38: Ich glaube, das Schwierigste ist wahrscheinlich wirklich Zugang zu den... natürlich je nachdem wie man aufwächst.

00:16:47: Aber ich spreche ja nun mal naturgemäß vor allem mit den Geschwisters Kindern also mit den heute erwachsenen Geschwesterkindern bei denen Spuren hinterlassen hat.

00:16:57: Also die von sich sagen, das ist für mich ein Thema ich möchte da mich miteinander setzen weil all die vielen bei denen das halt irgendwie vielleicht auch super gelaufen ist kommen halt gar nicht bei mir an muss ich immer sagen weil es ist natürlich nicht die eine.

00:17:11: also ganz viele fühlen sich davon auch nicht angesprochen.

00:17:14: aber die die sich angesprochen fühlen deren gemeinsamer nänner ist oder ich würde sagen unser gemeinsamer Nenner ist dass es total die reise ist zu den eigenen Gefühlen und Erlebnissen zu finden, weil wir alle eigentlich diese ganze Situation Zu Hause immer aus der Brille unserer Eltern sehen.

00:17:33: Also Wir sind so identifiziert mit diesem Sorgen Und um das Kind mit Behinderung kreisen Weil wir das natürlich auch von Anfang an miterleben und imitieren.

00:17:44: So funktionieren Kinder ja Das was da ist an Dynamik Da schwimmen wir mit Deswegen, mein Eindruck ist für ganz vieles die Riesen-Herausforderung zum eigenen Erleben zu kommen.

00:17:59: Und dieses ... Ja so Sätze wie ich bin da vielleicht auch manchmal zu kurz gekommen oder es hat so genervt oder wo bin ich eigentlich?

00:18:12: Die kommen oft erst im Erwachsenenalter durch wenn da so ein Abstand entstanden ist und das ist oft echt schmerzhaft dahin zu kommen weil solange irgendwie nicht da war oder so gefühlt irgendwie verboten war, solche Gedanken und Gefühle zu haben.

00:18:31: Und so ein Verbot das muss ja niemand aktiv aufstellen.

00:18:34: Also ich glaube überhaupt nicht an die bösen Eltern, die da irgendwas ... Geschwisterkinder sind keine Stiefkindern oder so, die mich lieb gehabt werden.

00:18:44: Aber wenn ich als Kind spüre oh Mann Mama ist so belastet!

00:18:46: Ich darf jetzt echt nicht auch traurig sein Schwierigkeiten haben, dann passiert das einfach.

00:18:52: Dass man es irgendwie sich selber so oft zurückstellt, dass man's irgendwann gar nicht mehr anders kennt und kann zum...

00:18:58: Ja!

00:18:59: Und da muss man ja auch sagen die Geschwister mit denen ich spreche, die sind ja alle schon erwachsen.

00:19:04: Das heißt schon vor einigen Jahrzehnten durch ihre Kindheit gegangen.

00:19:07: Und da waren so Geschichten wie.

00:19:09: also Menschen, die heute Eltern sind, haben glaube ich ganz, ganz oft ein ganz anderes Bewusstsein dafür, wie man mit Kindern umgehen kann was Bindung ist wie wichtig es ist, dass alle Gefühle da sein können und so.

00:19:22: Also ich denke ganz viele die hier zuhören gehen schon ganz anders an ihre Elternschaft ran.

00:19:28: Und gleichzeitig glaube ich auch immer mit so einem enormen Druck dieser Zeit.

00:19:32: Weil wir das anders machen wollen als wir's vielleicht selber erfahren haben mit den Generationen oder den Großeltern-Generationen vor uns im Gepäck Ist da so ein hoher Anspruch?

00:19:44: Es gibt schon paar Podcast-Folgen auch zum Thema bedürfnisorientierte Erziehung, was ich ein ganz schwieriges Konzept finde.

00:19:49: Nicht per se – das ist ein guter pädagogischer Gedanke!

00:19:53: Die Auslegung dessen wie Eltern daran gehen, ist manchmal einfach sehr schwierig weil dann ist es keine Bedürfnisorientierung mehr sondern eine Bedürffniserfüllung und eine Bedüffnisedelektivarbeit.

00:20:03: Und dafür hat keiner Kapazitäten vor allem nicht in der fliegenden Familie.

00:20:07: Ja

00:20:07: ja, das verartet ja in Fixierungen aus völlig.

00:20:10: Ich hab das nur beim Schreiben oft gedacht, ich bin ja jetzt auch Mutter einer Vierjährige.

00:20:14: Und seh dann natürlich ganz auf diesen Kontrast wie versuche ich mit ihr umzugehen?

00:20:18: und wie war das bei uns früher?

00:20:19: Und ich weiß es war ganz bestimmt kein böser Wille so.

00:20:22: Es war irgendwas zwischen totaler Überforderung und auch so ist man halt mit Kindern umgegangen also eine Kombi daraus.

00:20:30: Ich denke gerade während du das eben so geschildert hast vor allem auch mit Blick darauf dass sich bei ... dir oder bei euch, ne?

00:20:35: Bei Blickpunktgeschwister ja eher Geschwister melden die so im Alter zwischen fünf und zwanzig bis vielleicht vierundviertzig meinetwegen sind.

00:20:42: Und da jetzt so vielleicht nochmal in Kontakt geraten oder auch Dinge aufarbeiten das sind ja vielfach auch die Menschen, die bei mir laden, die gerade pflegende Eltern werden von der Altersgruppe her.

00:20:53: Ich glaube dass es grundlegend auch total schwer ist Auch für pflegende Eltern war eben so mein Gedanke, als du das erzählt hast.

00:21:03: Sich auch in der Rolle als pflegenen Elternteile damit auseinanderzusetzen.

00:21:07: wie sind die denn geprägt worden?

00:21:09: Wir haben meine Eltern, wir hatten meinen Familiensystem zum Beispiel auf Inklusion reagiert, auf Menschen mit Behinderung.

00:21:15: jetzt muss ich dankbarerweise sagen... Ich komme ursprünglich aus Bielefeld da wo die Betelwerkel gegründet wurden.

00:21:21: Für mich haben Menschen mit behinderen irgendwie immer zum Stadtbild dazugehört.

00:21:24: Das hat schon eine viel größere Normalität.

00:21:26: gleichzeitig bin ich mit einer Mutter groß geworden, die ganz krasse Berührungsängste damit hatte.

00:21:33: Schau da nicht so hin, starr den nicht an!

00:21:35: Das ist nicht lustig, ne?

00:21:37: Ich erinnere mich mit Vorliebe hab' ich glaube auch schon mal in irgendeiner Folge erzählt.

00:21:40: Meine Mama war damals dies gelernte Bäckerin und Verkäuferin und hat dann in der Bäckerei halt gearbeitet, stundenweise als Verkäuerin.

00:21:47: Und manchmal nach Schule bin ich bei der Straßenbahn mit ihr mitgefahren um im Laden Hausaufgaben zu machen.

00:21:52: Und ich erinnare mich daran, dass er wie in der Straßenbahne immer ein Mensch war könnte ich bis heute nicht zuorten, was die Behinderung war, die dahintersteckte oder die psychische Erkrankungen.

00:22:00: Auf jeden Fall hat da immer die Notwendigkeit gesehen, die Bahnhaltstation mit anzusagen.

00:22:04: Die wurde angesagt und dann wurde sie wiederholt.

00:22:06: Und dann waren auch ganz viel Stimming- und Hospitalismus, also Bewegung im Raum.

00:22:11: Wo man gemerkt hat, okay, der ist irgendwie was?

00:22:13: Das war oft ein männlicher Mensch ... Der aber gerne in Frauenkleidung, auch auf einem Tütü oder so.

00:22:21: Das war extrem für die Zeit damals und das muss man überlegen.

00:22:24: Ich bin Kind der Neunziger, das war eine extreme Nummer!

00:22:27: Und meine Mutter

00:22:29: hat... Und nicht Berlin?

00:22:30: Und es war nicht Berlin.

00:22:32: Meine Mutter hatte hochgradig Stress damit gehabt wirklich.

00:22:35: Und ich fand ... Ich hatte da immer einen anderen Zugang zu und ist natürlich dankbar.

00:22:41: Damit bin ich groß geworden.

00:22:42: Ich kenne viele pflegende Eltern, die überraschend pflegende Eltern sind.

00:22:47: Zum Teil von schwersten Mehrfachbehinderten Kindern, die eben auch dann Dinge mit sich bringen, wovor andere Menschen Angst haben.

00:22:52: Eine Distanzlosigkeit, ein Sabban, eine unkontrollierte Bewegung, eine uncontrollierte Lautstärke.

00:23:00: Das löst Akut-Stress aus in Eltern?

00:23:02: Oh ja!

00:23:03: Das ist glaube ich

00:23:04: schon ne Nummer und ich glaube das was du sagst sehe ich auch.

00:23:09: Geschwister Kinder haben die große Schwierigkeit, sie sind Teil dieses Familiensystems.

00:23:16: Du hast eben so schön gesagt, die, die das nicht haben was aufarbeiten zu müssen, die kommen ja nicht zu dir.

00:23:22: Und als er das gesagt hat habe ich darüber nachgedacht wie ich das so auf systemischer Ebene mir angucke und denke so Ja Jeder Mensch hat einen ganz anderen Aufbau seiner Grundbedürfnisse und wir emotional so im Leben steht.

00:23:33: Man geht damit echt sehr individuell um also sicher unseren vier Kindern Die dann sehr individuelle Umgang zu haben.

00:23:41: Das eine was neurodivergent ist dass hat hochgradig Stress mit unserem Kind mit Behinderung.

00:23:44: sie können gar nicht miteinander.

00:23:46: Ist so, muss ich als Mama mitleben.

00:23:49: Unsere Tochter ist die, wie du in eine Art Fürsorge mit einfällt, wo ihr das aus der Hand nehmt und sagt, ich bin die Mama, du brauchst es nicht machen.

00:23:57: Das ist mein Job!

00:23:59: Danke, dass du's gesehen hast, aber ich trage hier die Verantwortung.

00:24:02: Und unser Kleinstader wächst damit auf, obwohl er weiß, dass er einen Bruder hat, guckt er eher drauf, das ist halt normal.

00:24:08: Wenn man ärgert sich über die Behinderung und sagt Mann immer versteht er mich nicht?

00:24:13: Ja...

00:24:13: Richtig, der versteht dich nicht.

00:24:15: Das ist ihm nicht möglich zu verstehen und ich glaube wenn wir das verstehen dann dürfen ja auch dass womit du eben eingestiegen bist bei deiner Antwort auch nochmal beleuchten.

00:24:27: Geschwisterkinder sind nicht unbedingt Schatten Kinder.

00:24:29: Du hast es in deinem Vorwort auch so schön gesagt Du hast jetzt nicht geschrieben.

00:24:33: Du verwehrst dich gegen den Begriff, aber du wirst sie nicht verwenden.

00:24:37: Bei

00:24:38: ganz viele Geschwister wollen sich davon stigmatisiert fühlen

00:24:41: und das Begriff

00:24:42: überhaupt nicht mögen?

00:24:43: Ja, kann ich voll verstehen!

00:24:45: Wie hat es sich für dich angefühlt wenn du so benannt wirst?

00:24:48: Ich fand den Begriff gar nicht so schlimm ehrlich gesagt weil ich wirklich da ein Bild vor Augen hatte von... Schatten im Sinne von, da ist der Scheinwerfer nicht draufgerichtet.

00:24:58: Ah, spannend!

00:24:59: Und das hat sich für mich stimmig angefühlt?

00:25:02: Ja... Aber ich hatte jetzt gar nicht so eine negative Konnotation im Sinne vor, ich führe ein Leben in der...

00:25:08: Im Schaden

00:25:09: und Krautswunde oder im Zwielicht oder sowas, sowas hatt' ich nicht.

00:25:13: Aber ja, ich kann es total verstehen dass das für viele sich komisch oder auch abwertend also Ich höre von vielen, da steckt so ne Abwertung drin muss man dann auch einfach nicht benutzen, finde ich.

00:25:26: Und es ist auch glaube ich ganz gut so einen offenen Begriff zu benutzen weil ja so eine riesen Perspektivenfehlfalter drin steckt und dann können auch die mit gemeint sein, die nicht auf den ersten Blick vielleicht sagen Ja das war nämlich voll Scheiße früher sondern es lässt sich viel offener für alle sich mal zu fragen Eier wie war das eigentlich für mich?

00:25:46: Ich glaub dann kriegen wir... Das ist viel spannender und auch erhellender da so hinzugehen.

00:25:51: Was ich gerade noch dachte, weil du meintest Kinder gehen da ja auch so unterschiedlich rein mit so unterschiedlichen Konstitutionen.

00:25:58: Also für mein Buch habe ich auch eine Psychologin-Interview und mit ihr über Parentifizierung gesprochen.

00:26:03: Und die macht immer ganz stark den Punkt Es gibt einfach Kinder, die lassen sich viel leichter parentieren.

00:26:09: Die

00:26:10: sind einfach mit einer anderen Konstitution darin, die sind vielleicht ein Stück Kreizoffener oder sensibler oder auch einfach empathischer Und dann geht das Rückzug.

00:26:19: Andere haben eine ganz stabile Grenze und als Eltern muss man da auch nicht so aufpassen, weil die schon gut für sich sorgen können.

00:26:27: Wir

00:26:27: haben eher die mit der stabilen Grenze in dem starken Willen?

00:26:29: Das bringt andere Herausforderungen mit sich!

00:26:33: Aber tatsächlich finde ich das ganz gut.

00:26:36: Es gab bei uns auch schon ... Weil du eben gesagt hast, es gibt Gedanken, wo du das Gefühl hattest, dass da gab's ein Maulkorb aus Liebe.

00:26:41: Ich kann mich sehr präsent angesprochen mit meiner Tochter erinnern.

00:26:44: Da war sie fünf.

00:26:46: Es gab drei tagsüber mit ihren Brüdern, abends lag sie im Bett und wir haben gekuschelt.

00:26:52: Sie sagte so, ich habe gesagt war heute ein guter Tag, nehmen wir mal den Tag war doof.

00:26:57: Ich sag warum war der Tag doof?

00:26:58: Weil ich mich doof fühle!

00:27:00: Was fühlst du dich denn doof an?

00:27:02: Dann hat sie geweint.

00:27:03: Da hab' ich erst mal Zeit gelassen und gedacht okay das wird schon gleich kommen, worum es hier geht.

00:27:08: Und dann hat sie gesagt,

00:27:09: ich mag den Telly nicht.

00:27:11: Und ich gesagt ist's ok was magst Du denn nicht am Telly?

00:27:14: Der ist so grob... Der nimmt keine Rücksicht.

00:27:17: Ich find das gemein, weil ich gesagt hab, kann ich voll verstehen?

00:27:19: Ich find es auch gemein dir gegenüber.

00:27:23: Gleichzeitig, ich lieb den Tilly trotzdem so wie er ist und hat sie gesagt, ich mag den auch aber das mag ich alles nicht!

00:27:28: Und ich glaube... Das ist diese Kunst der Gleichzeitigkeit die du immer angesprochen hast.

00:27:32: Es muss beides da sein dürfen.

00:27:34: Und das habe ich auch als Mama.

00:27:36: also ich kann mich an eine Wanderung erinnern wo wir Tilly nicht überzeugen konnten weiterzugehen was denkbar schwierig war.

00:27:40: bei unser viertes Kind war stillkind und mein Mann hat gesagt ich gehe schon mal fort zur Hütte.

00:27:44: Das war eine ganz dumme Entscheidung, denke ich bis heute gerne dran.

00:27:48: Und ich hatte vor allem auch das Portemonnaie im Rucksack.

00:27:50: also die sind nach oben zur Hütte konnt... naja frag nicht!

00:27:53: Es gibt manchmal so Momente im Leben und ich weiß noch wie ich da stand und wirklich alles gegeben habe was ich aus meiner Regulation Schublade kannte da sein begleiten und irgendwann hat es mir gereicht und ich war echt wütend.

00:28:04: Ich war so wütende wie mein Kind.

00:28:05: ich hab mich einfach neben ihn gesetzt Hab auch Steine den Abgrund runtergeworfen und gesagt weißt du was?

00:28:09: Ich find's richtig scheiße Deine Behinderung kotzt mich gerade richtig an.

00:28:12: Die steht uns grad richtig im Weg Die auch, oder?

00:28:15: Ja.

00:28:16: Und wir haben einfach beide erst mal ein bisschen Steine geworfen weil es eben manchmal zum Kotzen ist.

00:28:21: das Behinderung jetzt nicht was per se Negatives ist aber dass dieses Nicht dazu befähigt sein seine Emotionen zu regulieren seinen Gedanken mit Worten Ausdruck zu verleihen sich mitteilen zu können den Menschen von denen man will dass sie einen verstehen Das ist mies!

00:28:36: Das hindert ein.

00:28:38: Total

00:28:40: Das berührt dich grad so?

00:28:41: Mir kommen da gerade richtig die Träne, weil ich ... Ja!

00:28:43: Es berührt mich voll.

00:28:44: Weil ich das so wertvoll finde, dass man mal was gemeinsames Scheiße finden darf.

00:28:47: So...

00:28:49: Es ist manchmal echt scheiße.

00:28:50: Danach kann man halt auch wieder besser zusammen weitermachen, glaube ich.

00:28:54: Voll.

00:28:55: Ich find' das total wichtig nicht pausenlos, die Zähne zusammen zu beißen und immer tapfer zu sein.

00:29:01: Kann auch

00:29:03: keiner.

00:29:03: Und

00:29:03: ich find es stark auch zu sagen, weißt du was?

00:29:05: Also find ich total ... Ich find's wirklich sehr stark zu sagen, deine Behinderung, die kotzt mich gerade an.

00:29:10: Und dass er auch sagt auf Yas-Scheiße!

00:29:12: Natürlich ist es für ihn oft ganz, ganz blöd.

00:29:15: Das kenne ich von meinem Bruder auch, das wird nicht so ausgedrückt.

00:29:18: aber natürlich gibt's immer wieder die Momente wo die spüren, oh Mann... Ich

00:29:21: kann nicht!

00:29:22: Die anderen können das und ich nicht?

00:29:23: Ja

00:29:24: voll!

00:29:25: Natürlich sind das ganz andere Karten, die das Leben ausgeteilt hat.

00:29:29: Und gleichzeitig ist es weder in deiner Verantwortung als Geschwisterkennend noch in meiner als Mutter das wegnehmen zu können.

00:29:36: Ja.

00:29:37: Ich kann's nicht wegzaubern, ich kann es einfach nur da sein lassen und mitaushalten und sagen ja... ...ich kanns bezeugen!

00:29:41: Ich find' auch richtig blöd.

00:29:43: Im Vorwort deines Buches beschreibst du ne Szene?

00:29:46: Als ich das gelesen habt und ja... Boah, es hat richtig viel mit mir gemacht, auch in Vorbereitung auf unser Gespräch heute.

00:29:51: Ich hab richtig gemerkt wie ich kurz Wut auf dich gekriegt habe.

00:29:53: Auf diese Situation.

00:29:54: Haha, echt?

00:29:55: Mh!

00:29:56: Ich hab... Jetzt wird's spannend.

00:29:57: Ich habe gleichzeitig gemerkt, auch ich hab Angst gehabt.

00:30:00: Ich hatte auch... Da war ganz viel in mir los.

00:30:04: So auch sich schämen, ein Schuldgefühl und damit die anderen jetzt verstehen was da alles in mir Los war.

00:30:09: mag ich das mal bisschen mit dir teilen?

00:30:11: wir geben einen mini Einblick in dein Buch.

00:30:13: an der Stelle.

00:30:16: Du hast im vorwahrt eine Szene beschrieben.

00:30:18: Da saß du in Flieger Und vor dir saß eine Familie Mit einem Kind mit Behinderung Und dieses kind War entweder reizüberflutet oder hatte irgendwie auch viel zu tun.

00:30:28: Du hast das glaube ich beschrieben mit so Worten wie hat gespuckt, das hat auch laut geweint oder laut geschrien.

00:30:35: Da war viel los und man hat den Eltern angemerkt, es hat viel Kraft gekostet, das zu regulieren.

00:30:40: Und da saß ein Geschwisterkind am Rand.

00:30:43: Es hat dein Buch gelesen und du hast beobachtet, dass dieses Kind gleichzeitig vollumfängig in der Situation dabei war.

00:30:48: Das hat Sachen angereicht, Gegenstände die runtergefallen sind aufgehoben.

00:30:53: Das war total mit da in diesem

00:30:55: Familiensystem.".

00:30:57: Und du hast ganz sehr mit deinen Gefühlen in dieser Situation gehadert und da mag ich vielleicht total viel mit dir drüber sprechen, und hast dich am Ende entschieden einen Zettel zu schreiben.

00:31:06: Und ihn der Mutter zuzustecken über dieses Gefühl der Übergriffigkeit und des Dorkens dieses Moments hinweg.

00:31:13: Was stand drauf?

00:31:14: Da stand drauf... Ich sehe euch!

00:31:19: Ich habe selber ein Geschwister mit Behinderung und ich hab eure Tochter gesehen.

00:31:25: Und ich will euch nur sagen es gibt Angebote für Geschwister, Kinder.

00:31:29: Und die sind ganz toll und das kann eure Tochter total stärken.

00:31:32: Ich möchte euch Mut machen sie da hin zu schicken.

00:31:35: Also wahrscheinlich stand es da kürzer?

00:31:36: Ja krass anders!

00:31:40: Das war quasi die Botschaft.

00:31:41: so hey es gibt Angebote und bitte macht das doch.

00:31:43: Das könnte total super für Sie sein.

00:31:46: Krass

00:31:47: ja mach dir jetzt was ganz anderes mit mir.

00:31:49: Was hast du denn gedacht?

00:31:50: Was ist da auf dem Zettelstand?

00:31:51: Im Vorwort steht etwas ich müsste jetzt nachgucken weil ich will jetzt nicht gucken.

00:31:55: Erinnere einfach, wie ich's gelesen hab.

00:31:57: Das stand so was schaut auch auf euer gesundes Kind und ich habe es gelesen und mich adapt gefühlt, wie ein Vorwurf gefühlte wenn ich den Zettel bekommen hätte.

00:32:08: Und das hat mich akut verletzt als Mutter.

00:32:12: Gleichzeitig konnte ich mit ihr mitfühlen weil ich meine Kinder auch begleite.

00:32:16: Auch mein Kind mit alias Neurodivergenz war echt.

00:32:19: akute Schwierigkeiten mit meinem Kind mit Behinderung.

00:32:21: Was da sehr ... grenzübergreifend ist, sehr distanzlos und so.

00:32:25: Die klatschen schon oft miteinander.

00:32:27: oder hab meine Tochter gesehen die mir sagt ich mag den nicht Ich mag mich dass der gemein ist oder mehr Sachen weg nimmt und nicht rücksichtsvoll ist Und es hat einfach auf so vielen Ebenen so viel mit mir gemacht und ich mag aber erst mal Nicht über mich reden.

00:32:40: ich mag wissen Was das sind dir alles vorgegangen als du das beobachten konntest?

00:32:46: Ich war mit den Eltern total im Stress Flugzeug.

00:32:50: Also ich mein, jeder, wer irgendwie Kinder hat und schon mal mit denen geflogen ist weiß wie das ist.

00:32:55: wenn nur ein überhaupt gar nicht mit Behinderung zu tun haben des Baby schreit es schon.

00:32:59: der totale Stress

00:33:00: du vermeiden wir bis heute

00:33:02: glaube ich dir.

00:33:04: Und dann halt dieses ja dieses Kind mit Behnderungen war.

00:33:07: das war einfach saulaut.

00:33:09: Ja.

00:33:09: und also allein dieser stress scheiße.

00:33:12: alle regen sich hier gerade still auf.

00:33:13: keiner sagt was so.

00:33:14: also dieses Das habe ich total mit empfunden.

00:33:18: Und dann hab ich eben dieses Mädchen gesehen, was halt eigentlich ... Man hat so gesehen, die will eigentlich lesen.

00:33:23: Und lesen ist ja so ein ... Da is man in seinem eigenen Raum.

00:33:28: und das sie das gar nicht hatte weil Sie immer ... Also ich konnte richtig sehen wie die Antennen aus Ihrem Kopf Richtung restliche Reihe gingen.

00:33:39: Die Sachen waren noch am Runterfallen da hat sich schon nachgegriffen.

00:33:43: also die war Die hatten noch nicht mal den Boden berührt, da war sie schon in Bewegung.

00:33:48: Also die konnte im eigenen Leseraum gar nicht eintauchen weil sie so absorbiert war von dem was draußen passierte und das hat mich einfach total... Ich hab das wie gebannt mir angeschaut und war einfach total bei diesem Mädchen und dachte einfach hoffentlich hat die auch andere Räume wo sie auch mal für sich sein kann.

00:34:12: Und ich hätte, da kommen mir jetzt noch die Trenne.

00:34:15: Ganz emotional und hoffentlich sagt ihr mal jemand, dass sie das mega toll macht und dass sie aber auch selber total wertvoll ist und nicht nur im Helfen so.

00:34:33: Und gleichzeitig war mir klar, es kann sehr gut sein, dass die Eltern das gar nicht leisten können zu diesem Kind so zu schauen wenn jeder Tag so ist wie diese Stunden deinem Flugzeug.

00:34:44: Also ich hab da ganz viel Empathie für die Eltern, aber ich steh da nicht mit einem anklagenden Auge.

00:34:49: Aber ich ahne oder weiß das und deswegen witzig dass du auch sagst es hat bei dir sofort Wut ausgelöst, ne?

00:34:55: Dass das... dass so eine Forderung in Anspürungszeichen oder einfach so eine Bitte schaut doch auf dieses Kind.

00:35:03: natürlich geht das nicht in dem Moment wo gerade alles runterfällt weil da jemand schlägt und schreit und austickt grade.

00:35:10: Aber in den Zeiten dazwischen sich mal kurz hinzuwenden und zu schauen, wenn ich es vielleicht gar nicht selber tun kann.

00:35:16: Vielleicht gibt's ein Angebot oder vielleicht gibts eine Nachbarin oder die Oma oder irgendjemand wo dieses Kind einen Raum bekommen kann, wo es einfach... Wo es mal alleine ist mit einem Erwachsenen der Zeit hat und der Aufmerksamkeit hat.

00:35:31: Und dadurch einfach so'n Stück Ruhe reinkommen kann.

00:35:35: und ein Stück mich gibt´s auch!

00:35:40: Auf einer Art ist es ja, glaube ich oft gar nicht mehr als das.

00:35:42: Und auf eine Art ist das manchmal so unerreichbar und so groß... ...und kann einen Wahnsinnsunterschied machen für die Kinder.

00:35:50: Hat es dir jemand gesagt?

00:35:51: Wie gut du geholfen hast!

00:35:53: Wie wertvoll du bist über das Häfen

00:35:55: hinaus?!

00:35:55: Nee.

00:35:59: Also als Erwachsener habe ich das einmal gehört von meinem Vater.

00:36:03: Das ist mir auch bis heute total voll der Schatz in meinem Herzen.

00:36:07: Ja, verstehe

00:36:07: ich gut.

00:36:08: Aber als Kind Nee, das war einfach ... Das war so.

00:36:14: Selbstverständlich.

00:36:15: Die Dunja hilft gerne.

00:36:17: Also wenn es überhaupt so genannt wurde?

00:36:19: Ja!

00:36:20: Es war einfach bar irgendwie einfach so.

00:36:24: Zu Selbstverständlichkeit.

00:36:26: Genau und ich glaube von außen hat da auch ... Hat das entweder keiner gesehen oder da war vielleicht auch dann ein Scham was zu sagen.

00:36:34: also heute höre ich das manchmal von Verwandten oder auch von Freunden meiner Eltern die ja beide nicht mehr leben.

00:36:42: Also, gerade die Paten von meinem Bruder haben das neulich irgendwie mir mal geschrieben, sondern wir haben uns immer schon gedacht es kann nicht so einfach sein, dass Geschwister daneben zu sein aber irgendwie ... Kann ich mich nicht erinnern, dass das als Kind bei mir angekommen wäre in Form von hey wie geht's denn eigentlich dir oder magst du mal nachmittag zu uns kommen?

00:37:03: Das war der Wunsch dahinter oder mein Beweggrund hinter dem Zettel.

00:37:07: Ich glaube, mich berührt daran gerade so sehr dass ich denke ja es gibt schon auch den Wunsch das Tilly-Teilhaber hat und in der Gesellschaftenplatz und Freundschaften hegt.

00:37:19: Aber es kam sehr früh in mein Herz, dass ich gedacht habe ich möchte auch, dass meine Kinder ohne Behinderung Räume haben indem sie einfach Kinder sind, indem sie das erleben dürfen und merke grade nochmal und damit darüber hab' ich schon oft nachgedacht tatsächlich Dass es nicht ausschließlich so ist, dass Menschen Berührungsängste mit uns als Familie haben wegen Tillmann.

00:37:42: Ich glaube sie haben Berührungsengste mit der Belastungen die sie nicht ansprechen können und das hindert sie manchmal auch genauso daran eins dieser Geschwisterkinder zu nehmen.

00:37:53: vielleicht nur das weil ich frag mich gerade so wenn ich außen stehende wäre und ich sag jetzt euch du ich nehme heute deine Tochter und deinen kleinsten Sohn Ob das nicht komisch ankommt, weil es würde ja vielleicht viel mehr Entlastung verschaffen.

00:38:06: Wenn ich das Kind mit Behinderungen mitnehme.

00:38:10: Es hat so ein Gedanke.

00:38:12: Ich glaube, das kann schon... Ich glaube weißt du die größten Gedanken, die uns blockieren?

00:38:16: Das ist eine klare Erkenntnis meiner Arbeit sind unbewusste Gedanken!

00:38:20: Das ist nichts was wir aktiv denken aber ich glaube es hatten Einfluss auf das wie wir uns verhalten können.

00:38:25: Aber sag nochmal, was hat dich denn wütend gemacht als du das gelesen hast?

00:38:28: Ja spannend dass du fragst musst ich auch erst mal in mich reinspüren.

00:38:31: Was hat mich wütent gemacht?

00:38:33: Ich glaube, Wut ist ja oder Ärger per se als Emotionsfamilie.

00:38:39: Ist ein Empfinden was immer dann uns auftaucht wenn wir keine Selbstwirksamkeit erleben nicht autonom sein können, ne?

00:38:45: Wenn wir merken Boah!

00:38:46: Wir haben sind vielleicht auch in so einer gewissen Hilflosigkeit können ziellich erreichen.

00:38:51: und Als ich gelesen habe diese Szene habe ich halt gemerkt... Ich hab sehr mit gefühlt Mit den Eltern, mit dem Stress Und auch mit dem Kind dockt natürlich immer an die eigene Geschichte an.

00:39:05: Ich sehe mich mit meinen vier Kindern, ich seh vielleicht wie mein eines Kind völlig emotional dysreguliert ist, laut wird schreit.

00:39:12: Ganz oft zum Beispiel ist es bei uns so dass das Kind was Emotions-Regulationsschwierigkeiten hat.

00:39:17: Das hat hier sein Safe Space, das macht das nicht im Draußen.

00:39:19: also viele Menschen sagen uns mal, denn dieses Kind ist so lieb und so ruhig und so hilfsbereit und bei uns fällt dieser Anpassungsdruck ab platzt hier richtig die Bombe.

00:39:29: Also, hier ist eine Lautstärke wenn hier Wutanfälle kommen, also da möchten andere Leute einfach nur gehen glaube ich.

00:39:35: so.

00:39:36: und als du das eben geschildert hast habe ich gemerkt ja ich hab es so ne Wut weil in den Situationen in denen ich sowas reguliere für meine gesamte Familie Und mich ja auch noch reguliere, damit ich da gut rauskomme.

00:39:51: Und trotzdem gelingt es nicht immer... Also wir sind nur Menschen!

00:39:54: Also schuldigung, nur weil ich Emotionscoach bin und weiß wie die Dinge funktionieren.

00:39:57: Herzlichen Gruß nochmal an die ganze Community.

00:39:59: Auch ich werde mal laut.

00:40:01: Das passiert und das sind alles Dinge, die ich nicht

00:40:05: will.".

00:40:06: Ich will nicht, dass mein Kind diese Emotionen so extrem erlebt.

00:40:08: Ich will mich, dass meine anderen Kinder darunter leiden und ich darüber einen Streit geraten.

00:40:13: Die Mutter wird laut oder die sagt, wenn nicht jetzt das dann ... Will ich alles nicht?

00:40:20: Und das löst Wut aus!

00:40:21: Als ich dieses Bild hatte, du steckst mir den Zettel zu, dass ich mein anderes Kind im Blick haben soll.

00:40:27: Boah, es hat richtiggehend Verzweiflung in mir ausgelöst.

00:40:31: Weil's gar nicht geht.

00:40:32: Weil du's in der Situation nicht kannst.

00:40:35: Das musste ich auch gucken.

00:40:36: und auch hier wieder Learning für alle, die zuhören.

00:40:39: Emotionen, die halten nicht ewig, die dürfen wir immer durchfließen lassen weil sie bringen uns meistens mit sehr wertvollen Gedanken in Kontakt.

00:40:45: Ich musste wirklich mehrfach über diese Situation erst mal durcharten und einspielen was kommt nach der Wut.

00:40:49: Und dann habe ich gemerkt, ich bin traurig darüber dass wir in dieser Situation oft stecken.

00:40:54: Dass ich es nicht friedfertiger hinkriege das meine Kinder nicht frei von solchen Situationen, sind von solchen Erlebnissen so starke Emotionen auch miterleben zu müssen.

00:41:03: Uns auch in so starker Emotion erleben zu

00:41:05: müssen.".

00:41:06: Das macht mich einfach unsagbar traurig.

00:41:09: und das wiederum kommen wir zur Qualität der Traurigkeit.

00:41:13: Traurigkeiten betet immer Rückzug.

00:41:15: Wir brauchen einen Moment um erst mal zu sammeln was ist denn eigentlich das was gutes?

00:41:20: Und das war gut weil ich dann danach angefangen habe diesen Gesprächszeitfaden hier zu schreiben gemerkt hab Ich möchte mit dir ins Gespräch kommen damit du über diese ganz vielen ungesagten Gedanken und Gefühle sprechen können, die Familiensysteme tragen in den Menschen mit Behinderungen chronischer Krankung sind.

00:41:38: Aber interessant, ne?

00:41:39: Ich glaube das ist genau... Also das spüren ja die Geschwister so dieses, oh man, wenn ich jetzt nur sowas sage wie es dir eigentlich ein Haber-Satz schaut doch bitte auch auf dieses Kinn.

00:41:49: Ja Es wird so viel auslösen An Wut an Traurigkeit an Schuldgefühlen.

00:41:56: bestimmt auch Die Mama, der Papa oder die mich das sage wird sich erst mal überhaupt nicht gut fühlen.

00:42:03: Auf jeden Fall glaube ich voll der Kern dieser Schwierigkeit da aus den verschiedenen Rollen und Perspektiven miteinander zu sprechen.

00:42:10: Ich

00:42:10: glaub deshalb ist mir so wichtig gewesen dass das Unternehmen was ich gegründet habe in dem Jahr vorrangig Coaching & Workshop stattfinden eine Akademie ist.

00:42:17: Ich möchte das Eltern lernen können emotionale Eigenverantwortung zu fühlen Dass es okay ist viel Wut, viel Angst und viel Traurigkeit an sich zu tragen.

00:42:27: Dass es okay ist wenn's die Kinder auch an uns erleben und dass es okay is im Nachgang die Größe zu haben das wieder einzusammeln und damit umzugehen und das für alle zu settlen und zu sagen Das war grad da weil ich glaube dass das Die beste Schule für Empathie ist.

00:42:43: und wenn es eins braucht was unsere mensch unser Mensch sein gerade am stärksten brauche Ich glaube dann ist EmpathIE Heute bist du selber Mutter.

00:42:50: Was glaubst Du bewegt Menschen denn grundsätzlich dazu mehr als ein Kind haben zu wollen, ein Geschwisterkind haben zu.

00:42:59: Also da kann ich nur für mich sprechen weil ich glaube dieser Wunsch der ist ja so individuell den hat bestimmt jeder und jeder anders oder er wird gefüllt von was anderem.

00:43:08: Ich hätte total gerne noch im zweites und auch drittes kind so ich hätte wahnsinnig gerne Noch mehr leben im haus und für mein kind geschwister.

00:43:18: also einfach Ja andere die mit ihr aufwachsen mit denen sie spielen, aber eben auch streiten kann.

00:43:26: Es gibt einfach Dinge, die hat man nur mit Geschwistern und Familie ist dann einfach größer und bunter und da sind mehr ... Da sind viel mehr Spielarten und Möglichkeiten verfügbar als nur mit den langweiligen Eltern,

00:43:38: denk ich oft.

00:43:40: Ja, da is irgendwie mehr Leben so ne?

00:43:42: Ich hab jetzt nicht mit Absicht nur ein Kind Und ich glaube das Spektrum Also ich glaube halt Das heißt, du bist bestimmt jetzt schon ganz oft gehört.

00:43:51: Aber es gehört ja ... Du hast ja ... Kann ich nur annehmen?

00:43:56: Ihr hattet ab als erstes euren Tillmann bekommen, der eine andere Nummer war als das, womit ihr gerechnet habt.

00:44:03: Und dann denke ich mal, sieht der Kinderwunsch einfach ... Der ist nicht mehr so unbeschwert danach.

00:44:08: Da tauchen ja ganz andere Fragen auf.

00:44:11: Ich weiß zumindest, dass meine Mutter nach dem Kind mit Behinderung ... Die hat immer gesagt, ich hätte gerne noch sechs oder sieben Kindern.

00:44:20: Es muss den Wunsch gegeben haben, dass vielleicht auch noch ganz viel Normalität da rein soll.

00:44:26: Gleichzeitig hatte sie eine Heidenangst.

00:44:28: also die haben dann bei mir eben zum Beispiel auch getestet.

00:44:31: Also damals eine Fruchtwasser-Untersuchung gemacht und das muss eine ganz schlimme Zeit gewesen sein.

00:44:35: Krass!

00:44:36: Und es ist auch hochgradig mutig ne?

00:44:38: Ich weiß nicht ob ich heute mich freiwillig anscheinend würde eine Frachtwasserpunktierung machen zu lassen.

00:44:44: Ob das Risiko damals so bekannt war, weiß ich nicht.

00:44:47: Oder es war halt die einzige Möglichkeit, glaube ich, damals, das war in den Neunzebten.

00:44:51: Ja also ich kann mir da nur vorstellen was in Eltern alles abgeht, die vielleicht dann auch eine berechtigte... Die einfach wissen wie's auch sein kann und sich mit der Frage tragen müssen, schaffe ich das ein zweites Mal?

00:45:05: Ja!

00:45:06: Dazu kommt demnächst noch ne Podcastfolge mit jemandem raus wo wir genau darüber auch in der Tiefe gesprochen haben über die Ängste, die da hergehen auch nach Frühchenentbindungen und Autismusdiagnose.

00:45:17: Daran fühle ich mich gerade erinnert, weil das Gespräch haben wir schon aufgenommen.

00:45:20: Das kommt aber erst im November raus.

00:45:22: Ich denke aber grad dran.

00:45:24: es hat halt so gut zusammengepasst eure beiden Interviews auch hintereinander zu legen um damit mehr in Kontakt zu sein.

00:45:29: Weil es grade so gut ist dich zu hören dass eben... Auch wenn das nur deine Perspektive ist und dieser Wunsch von da ist noch mehr Leben.

00:45:37: Er kehrt vielleicht auch, wenn mit dem Gedanken an deine Mama, da kehrte noch mal mehr Normalität ein.

00:45:43: Der bringt mich immer wieder damit in Kontakt.

00:45:45: Wir stellen uns Elternschaft immer ein bisschen stark romantisiert vor.

00:45:50: Also ich glaube das auch du als Mama einer vierjährigen heute darauf guckst und denkst es ist einen Unterschied zwischen wollen und haben einfach absolut ohne den näher zu bewerten.

00:46:03: was ist ein Unterschied?

00:46:05: Ich denke halt so ...

00:46:06: Ja, niemand stellt sich die Belastung vor.

00:46:08: Nein!

00:46:09: Also Schlafenmangel ist was Abstraktes und was das mit der Partnerschaft macht und alles.

00:46:15: Da denkt man immer ja, ja, wie

00:46:16: wird's?

00:46:17: Ich

00:46:17: weiß auch nicht warum sie sich das alles so schwer machen.

00:46:19: Die stellen sich alle an.

00:46:22: Ich hab tatsächlich als mein viertes Kind da war, habe ich diesen Satz bekommen erst mal selber Kinder in einem ganz anderen Licht gesehen.

00:46:31: Den man oft gesagt kriegt wenn man noch keine Kinder hat Eltern guckt und denkt, na ja Leute kommt stellt euch nicht so an.

00:46:36: Man sieht das anders wenn man da drin steckt.

00:46:38: und ich hab mich halt gefragt, glaubst du wenn man immer dieses schöne von Familie natürlich im Blick hat mehr Leben, mehr Freude streiten unvertragen und Dinge teilen?

00:46:48: Hat man überhaupt kann man auf dem Schirmarm als Elternteil wie sich das entwickeln wird?

00:46:53: Ich würde sagen nicht.

00:46:56: Also ich glaube ein Kind Und dann halt auch das nächste kind einzuladen ist ja immer Immer ein Los.

00:47:05: Ich weiß doch nicht, was du ziehst.

00:47:07: Weiß doch nicht wer da kommt!

00:47:08: Da musst du noch nicht mal Neurodivergent sein.

00:47:11: Passen die zusammen?

00:47:12: Werden sie sich mögen oder sind die Spinne feind?

00:47:15: das kann ja auch... Einfach eine Temperaments- und Persönlichkeitssache sein, dass die sich vielleicht einfach nur anstrengen gegenseitig.

00:47:22: Weiß man doch nicht.

00:47:23: Voll das Risiko!

00:47:24: Ja volles Risiko.

00:47:25: Und ich fand es so spannend mit dir heute drüber zu sprechen weil... Ich glaube so dein Buch und das zu lesen hat mich auch noch mal in Kontakt damit gebracht.

00:47:32: Auch dieses Zettelzustecken im Flieger Das natürlich wir Eltern in der Verantwortung stehen Im Familiensystem auch im Blick zu haben Dass wir Familie gestaltet haben Wir haben in den Lostopf gegriffen Wir haben gedacht, das wird noch mal schöner.

00:47:47: Das macht es noch mal bunter und

00:47:49: liebevoller.".

00:47:50: Und dann kommt ein echter Mensch!

00:47:52: Und das ist schwierig finde ich dafür die Verantwortung auch im Vorfeld zu tragen so und auch selbst in dem Moment wo wir drin stecken.

00:48:01: Was ist denn das was du glaubst?

00:48:04: Was dazu beitragen kann als pflegende Eltern Geschwisterkinder gut durch diese Zeit zu begleiten?

00:48:12: Also ich will noch eine Sache ergänzen sind ja hier beide sehr reflektiert und haben ganz viel auf dem Schirm an, wie das Leben so sein kann.

00:48:23: Und wie man damit umgehen kann und so.

00:48:26: Das sind einfach nicht alle Menschen?

00:48:28: Nein!

00:48:28: Ich kenne einfach Geschwister im Erwachsenenalter die mir erzählen... Meine Mutter sagt den Satz du bist doch geboren um dich um deine Schwester zu kümmern.

00:48:37: Also solche Sätze freien.

00:48:38: Es gibt Familien da wird das nächste Kind geplant dann muss noch ein normales Kind her weil ich brauche ja Unterstützung

00:48:45: Krass, ja.

00:48:46: Und dann ist da die Freude groß wenn es eine Tochter ist weil das heißt die Wahrscheinlichkeit nochmal größer.

00:48:51: Also das will ich einfach nur hier auch mal aussprechen.

00:48:54: also mit so einer Härte und Unerreichbarkeit haben's halt auch viele Geschwister im Erwachsenenalter zu tun.

00:49:03: Ja.

00:49:04: Da gibt es einfach oft so ne Konstellation zwischen Eltern- und Erwachsenden Kindern da ist Gespräch kaum oder nicht möglich.

00:49:12: Bei der Mutter steckt da ja auch eine Not dahinter, völlig klar.

00:49:16: Aber das ist mit ein großes Anliegen was ich mit diesem Buch habe diese unaussprechlichen so schwer in Worte zu fassenden Mauern bauenden Dinge irgendwie mal rauszutun in der Hoffnung dass Eltern und ihre nicht behinderten oder nicht neurodivergenten Kinder vielleicht besser ins Gespräch kommen können.

00:49:37: Du hast ja auch vor allem im Zuge deines Buches nicht nur mit Geschwistern gesprochen und es geht ja auch nicht nur um deine Geschichte, du hast ja noch mit PsychologInnen gesprochen über die Themen, die du in den Geschwisters Koninstallation wahrnimmst, in denen eben Beziehungsdynamiken entstanden sind, nur gesund verlaufen sind.

00:49:57: Und da fallen natürlich auch Begriffe wie Parentifizierung, hast du eben schon mal kurz gesagt, es gibt das sogenannte Dissoziative Schweigen.

00:50:06: Es gibt Traumata die sich herausbilden können alleine auch von dem was wir beide eben geschrieben haben.

00:50:11: diese Flugzeugsituation so laut, so immens, du kannst nicht da weg!

00:50:16: Das hat schon ein wahnsinniges Gewicht.

00:50:19: und Aus rein systemischer Sicht glaube ich, dass wir immer ganzheitlich auf Familiensysteme schauen dürfen ohne die Verantwortung dabei von den Eltern wegzunehmen.

00:50:28: Sondern um hilfreich für alle im System zu sein.

00:50:31: was brauchen denn aus deiner Sicht pflegende Familien damit Familie gelingen kann?

00:50:36: Also ich glaube sie brauchen vor allem Unterstützung.

00:50:38: also Kindern kann es ja nur gut gehen wenn's den Eltern gut geht möglichst gut geht und ich glaube da braucht das vor allem Entlastung.

00:50:45: Also was hier gerade passiert, mit irgendwie Verhinderungspflege abschaffen und so ist absolut kontraproduktiv.

00:50:51: Nicht nur für die pflegenden Eltern sondern auch für die gesamte Familie.

00:50:55: Das ist eins finde ich und ich meine da nicht nur Strukturen, die man einfordern und beantragen kann, sondern das Umfeld.

00:51:04: Ich glaube du hast ja vorhin gesprochen über die Scheu, die du vermutest oder spürst, dass es vielleicht auch die Scheue vor der Belastung ist die um diese pflegende Familie drumherum sind.

00:51:18: Die können so viel tun, indem sie sich einen Ruck geben oder vielleicht auch es einmal ansprechen.

00:51:24: du ich hab irgendwie scheu dich anzusprechen oder dir was anzubieten also da mal sich zu trauen und ins Gespräch zu gehen sich zu zeigen mit diesem.

00:51:32: ich sehe doch dass das für euch schwer ist.

00:51:35: Kann ich was für euch tun?

00:51:37: Das würde ich mir so wahnsinnig wünschen, da Berührungsängste abzubauen.

00:51:41: Weil ich glaube, als ich mal ein bisschen überstrapaziert dieses Bild vom Dorf immer und so aber wenn wir ... Wir wohnen die meisten von uns, wohn irgendwie in mehr Familienhäusern oder wir haben eine Nachbarschaft um uns rum Und da sind... Also Menschen wollen helfen.

00:51:57: Die meisten Menschen haben da ganz viel Freude daran, andere zu unterstützen.

00:52:02: Ich glaube so sind wir Menschen!

00:52:03: Wir wollen Gemeinschaft bauen eigentlich und trauen uns ganz oft nicht und ich würde mir voll wünschen dass das mehr stattfindet.

00:52:10: und dazu muss man natürlich Berührungsängste abbauen.

00:52:13: aber wie baut man die ab?

00:52:14: Durch's in Kontakt kommen ja durch nichts anderes und

00:52:17: gleichzeitig kannst du Emotionen dem gegenüber nie wegnehmen.

00:52:21: Also das ist es halt auch, du kannst andere Erfahrungen schaffen.

00:52:24: Die können dazu einladen, das anders wahrzunehmen.

00:52:26: aber ob das passiert... Das liegt am Ende trotzdem immer beim Gegenüber und ich merke dass so ein zwei Ding also wir sind ja hier hingezogen Wir sind nicht gebürtig da wo wir heute leben und das ist super schwer dann in so ganz klare Gemeinschaftsstrukturen reinzukommen.

00:52:40: Und gleichzeitig haben wir aber und da musste ich eben sehr daran denken was mit dem Dorf bemüht hast.

00:52:45: Es gab vor zwei Jahren für uns eine sehr große, ich möchte echt sagen Notsituation.

00:52:51: Weil mein Mann körperlich total ausgehebelt war und es ging mir gesundheitlich auch schlecht.

00:52:55: Und das ist einfach doof wenn du kein Unterstützungssystem dann drum herum hast um die vier Kinder.

00:53:00: Als mein Mann aus dem Krankenhaus kam haben sich seine Arbeitskollegen sich gemeldet und haben gesagt wir wollten euch mal sagen... Die Woche übernehmen wir jedes Abendessen!

00:53:10: Es kommt immer einer und er bringt euch das Essenabend für diese gesamte Familie vorbei.

00:53:13: Guck mal, krieg ich heute noch heulen?

00:53:15: Ja, ähm.. Das ist

00:53:16: toll

00:53:17: Scheiß.

00:53:17: egal, ob das geschmeckt hat oder nicht.

00:53:20: Ob die Kinder was gegessen haben oder doch nur eine Stulle?

00:53:23: Es war diese Geste und ich hätte mir so sehr gewünscht, dass es uns gelingt, dass diese Menschen, die uns offensichtlich sehen, die gerne helfen wollen, dass wir näher im Kontakt bleiben.

00:53:32: Und ich glaube, das, was so schwer an der Gemeinschaft ist, die du gerade auch in den Raum stellst ... Unser Leben als Gesellschaftskonstrukt generell ist so schnelllebig geworden.

00:53:43: Das neurotypische Familien ist nicht leichter haben als ich!

00:53:47: Es ist einfach nicht so.

00:53:48: Und sie tun sich genauso schwer darin Hilfe anzunehmen, ne?

00:53:51: Also wenn ich zum Beispiel sehe meine Freundin mit drei Kindern, boah die hat gerade einen neuen Job angenommen, es ist Kita-Leitung geworden, hatten ein Hintern voll Arbeit und dann sage ich hey kann ich was tun?

00:53:59: soll ich abends einfach mal vorbeikommen?

00:54:01: wann soll ich amens vorbei kommen was passt?

00:54:04: und dann kommt keine Rückmeldung zurück.

00:54:05: ja jetzt kann ich natürlich mit dem kommen was ich auch immer sage da kann jemand vor deiner Tür stehen.

00:54:10: Da kann ich aber auch sagen das kann aus gleicher Situation heraus auch belastend sein wenn einfach jemand vor der Tür steht.

00:54:16: Das merke ich immer wieder halt auch an neurotypischen Familiensystemen.

00:54:20: Dieses Gemeinschaftsgefühl hängt viel davon ab, nicht nur ob wir helfen wollen sondern ob wir es auch zulassen können, dass uns geholfen wird und zwar auf beiden Seiten.

00:54:30: Ich sage das immer wieder Inklusion ist keine einbahnstraße und das meine ich genauso wie ich sage

00:54:34: ja total.

00:54:35: also ich glaube Meine Eltern zum Beispiel die hätten auch Die haben das Signal, wir brauchen Hilfe garantiert nicht gesendet.

00:54:43: Und die werden auch nicht gerne die gewesen, die Hilfe annehmen.

00:54:47: Also im Gegenteil waren die so... Es kamen immer alle und haben sich ganz viele Unterstützung geholt bei meinen Eltern.

00:54:56: Ich glaub, das war für die auch total auf eine Art voll stärkend, die jährigen sein zu können, die was zu geben haben.

00:55:01: Ist auch... Guck mal allein wieder emotional-psychologisch.

00:55:04: da sind wir wieder beim Feld von Ärgerdurchsetzung und Einfluss.

00:55:06: Die haben Selbstwirksamkeit im Helfen bei anderen empfunden.

00:55:09: Eine, die sich vielleicht dem Alltag gar nicht immer so angefühlt hat Ja?

00:55:12: Und das hält man dann gerne auf recht weil es einfach ein gutes Gefühl ist ne?

00:55:16: Aber auch da genau.

00:55:17: Es wäre so ein schönes Bild, wenn es Verkehr in beide Richtungen gäbe?

00:55:20: Ja!

00:55:20: Wenn's Verkehr an beide Richtung gäbe – total!

00:55:23: Ich hab etwas Schönes natürlich auch gelesen in deinem Vorwort oder in der Leseprober.

00:55:28: Du beschreibst deine Kindheit als sehr liebevoll.

00:55:30: Das spürt man, wenn du kleine Passagen oder Texte liest, die du über deinen Bruder schreibst.

00:55:36: und ihr hattet eine tolle Beziehung glaube ich einfach auch... Und du hast es heute zu Beginn schon gesagt, dass steckt die Gleichzeitigkeit darin eines liebenden Schwesterherzens und diese ehrliche Reflexion der Geschichte wie Du sie erlebt hast.

00:55:49: Wie schwer war's dieses Buch zu schreiben Dunja?

00:55:53: Schwer!

00:55:53: Ja glaube ich.

00:55:54: Also erstens habe ich jahrelang Anlauf genommen muss man sagen... Und zu dem Zeitpunkt, als ich dann wirklich geschrieben habe war der erste Teil gar nicht mehr so schwer.

00:56:04: Also so Kindheit und Jugend da hatte ich irgendwie das Gefühl es ist jetzt auch irgendwie ganz gut abgehangen.

00:56:09: Es ist erstens auch schon ein bisschen her... Ich hab's irgendwie verstanden und verarbeitet und selbst da meine Eltern leben beide nicht mehr und trotzdem habe ich sie auf meiner Schulter sitzen gehabt die ganze Zeit.

00:56:24: Ja!

00:56:25: Der zweite Teil wo es mir darum geht wie es mir ... Also, der mir einfach viel näher ist.

00:56:31: Bei mir ist in den letzten vier Jahren unfassbar viel passiert.

00:56:34: Es wurde nicht nur meine Tochter geboren, sondern auch mein Bruder ist an Alzheimer erkrankt und meine Mutter hat Krebs bekommen und ist daran sehr schnell gestorben.

00:56:44: Dadurch hat sich die Situation, in der ich bin... Du bist ja Systemikerin!

00:56:49: Meine Position im System hat sich so krass verändert.

00:56:54: Die Zusage, dass ein Verlag dieses Buch haben will, Da kam ich grad mit meiner Mutter aus der ersten Chemotherapie.

00:57:00: Und ich dachte nur, nee Leute sorry geht nicht.

00:57:02: und ein Jahr später hab' ich mich dann noch mal gemeldet beim Verlag und meinte naja ich möchte das schon machen so und hab dann zu einem Zeitpunkt angefangen zu schreiben wo ich ja immer noch voll drin gesteckt habe.

00:57:16: Ich hab mich auch manchmal gefragt ist es eigentlich schon der richtige Moment oder bin ich da noch zu sehr drinnen?

00:57:21: Also auch zu sehr in einer echt akuten Belastungssituation?

00:57:25: Und dann habe ich aber gedacht, doch ich mache das jetzt.

00:57:27: Weil erstens ich meines Leben hört nie auf

00:57:31: also

00:57:31: wenn es aufhört dann schreibt man auch kein Buch mehr.

00:57:34: und aber auch ich dachte dass ist so dieses Land hinter in dem man verschwindet weil man sich so akut kümmert.

00:57:40: Das kennen ja hier alle die ganz pflegenden Eltern aus dem gibt's ja so wenig Berichterstattung Es ist ja total anderreportet.

00:57:49: Ja, schöner Gedanke!

00:57:51: Also die Situationen in denen man da gerät und so.

00:57:53: und irgendwie dachte ich es ist auch wichtig genau von hier zu erzählen.

00:57:58: Aber das macht's natürlich den zweiten Teil noch mal verletzlicher weil der einfach nicht so ausgegoren ist

00:58:04: und weil er nah dran an der Wirklichkeit ist.

00:58:06: Genau, aber der ist einfach sehr nah dran.

00:58:08: Was hoffst du was dein Buch Geschwistern Eltern und Begleitperson gibt?

00:58:14: Also ich wünsch mir, dass das Gespräch ermöglicht.

00:58:17: Ich wünsche mehr, dass es Hemmungen nimmt über Sachen zu sprechen.

00:58:20: Ich hatte immer auch so das Bild ... Weil's für viele Geschwister so schwer ist auszudrücken wo sie da drin stecken weil es halt ein solcher Wust, ein solches Knäuel is an Angst, Schuldgefühlen Liebe Solidarität helfen wollen Loyalität selbst Aufgabe Das ist einfach so ein Riesenknoten.

00:58:40: Deswegen mag ich auch das Kaffee so, weil es auch so diesen Knoten und dieses zu entwirrende Dingen... Und ich habe immer so das Gefühl vor Augen gehabt, ich hätte so gerne dass das wie eine drei D-Visitenkarte ist wo man sagen kann, weißt du was?

00:58:53: Wenn du ein Stück von mir verstehen willst in Teilen ist das da drin bestimmt nicht alles.

00:58:58: aber es würde mir voll helfen wenn du das mal liest und dann können wir vielleicht weiter sprechen oder ja oder wenn es vielleicht.

00:59:07: Es ist mir gelungen, ich wollte einen Buch schreiben, dass kein Vorwurf an die Eltern ist.

00:59:12: Sondern was das die ganze Familie in den Blick nimmt.

00:59:14: Jetzt hast du vorhin gesagt ... Ich war so wütend, da dachte ich scheiß es mir nicht gelogen schon im Vorwort!

00:59:18: Ist sie

00:59:19: rausgebrüht?

00:59:20: Nee, es hat mich ja ... Du, ich sag dir wie's ist, es hatte mich ja trotzdem gefestigt und hab gedacht jetzt bin ich aber gespannt, was er da jetzt schreibt.

00:59:25: Ja,

00:59:25: so die Trulla, was sagt sie noch... Genau, das wär halt voll mein Wunsch, dass es hilft, in Verbindung zu kommen und in Austausch zu gehen und drüber zu sprechen.

00:59:33: Ich

00:59:33: glaube wer dich heute gehört hat der weiß, Die Szene, die ich heute mit dir besprochen hab einfach auch aufzeigt.

00:59:38: Du hast einen ganz anderen Blick darauf als es vielleicht in dem Einsatz im Vorwort so drin steht und ... Ich glaube das ist ... Einfach ein ganz wertvolles Buch sich damit aus einer anderen Systemrollenperspektive auseinanderzusetzen Auch wenn man Elternteil ist, aber wenn der schmerzhaft ist Weil wir auch uns eingestehen müssen dass wir manche Sätze nicht aussprechen oder manche Ängste nicht unbedingt raus aus der Mauer lassen weil's vielleicht doch sich gefährlich anfühlt.

01:00:02: was ist wenn ich mein Kind vernachlässigt habe?

01:00:04: Ich sage mal liebe voll über unsere Familie.

01:00:06: Ich bin mir sehr sicher, dass alle meine Kinder ... Vielleicht immer nicht.

01:00:09: Aber alle anderen sitzen vielleicht irgendwann mal beim Coach oder beim Therapeuten auf einer Couch und das gönne ich ihnen auch.

01:00:15: Und ich gönn den auch, dass die über unser Familiensystem verletzt sind und auch schlechtes darüber sagen und aus ihrer Perspektive sehen, um wieder Wert für sich und ihre eigene Situation darin zu erkennen.

01:00:26: Das finde ich einfach nur gerecht!

01:00:28: Hm ... Ja wir zahlen auch täglich in die Therapiekasse an?

01:00:32: Ding-ding!

01:00:33: Genau.

01:00:35: Was ich mir so sehr wünsche ist, das ist ja total groß.

01:00:38: Dass du solche Sätze sagen kannst.

01:00:40: und ich glaube wenn man über Verletzungen und über das was einfach blöd war auch wenn es niemand mit Absicht gemacht hat Wenn man darüber miteinander sprechen kann gerade Eltern und Kinder wo so viel Schuldgefühl im Weg

01:00:52: steht Soviel Scham

01:00:53: Ja... Das ist so schön weil wir wollen doch Wir alle wollen doch gut miteinander in Kontakt sein.

01:01:00: Ich kenne keine Eltern, die ihre Kinder nicht lieben und ich kenne auch keine Kinder, die in ihrer Eltern egal sind selbst dann nicht wenn sie den Kontakt abbrechen oder so.

01:01:08: Ja das ist einfach mein totaler Herzenswunsch da und ich glaube einfach dass das Familien unglaublich stärkt.

01:01:13: und gerade pflegende Familien die müssen und sollten und wollen ja eigentlich auf Dauer zusammen stark sein?

01:01:21: Ich

01:01:22: glaube jedes Dorf beginnt unter einem Dach und vielleicht ist das was man im Blick haben darf.

01:01:27: Dunja, könntest du an einen beliebigen Punkt deiner Kindheit oder deine Entstehungsgeschichte zurückkreisen?

01:01:33: Welchen würdest du wählen um dir eine Botschaft aus deinem heutigen Wissen und Verständnis herauszugeben.

01:01:39: Und was wär's?

01:01:40: Ich durfte ja deine Frage vorher sehen und da ist mir sofort ein Einbild gekommen ich würde die Dunja die so dreizehnfünfzehn ist und es gab eine Situation die für mich so exemplarisch ist.

01:01:54: also ich habe mich in dem Alter Meine Tagebucheinträge aus dem Alter, ich hab da noch mal reingeschaut.

01:01:59: Die sind voll mit.

01:02:01: was stimmt mit mir nicht?

01:02:02: Ich bin kein guter Mensch!

01:02:03: Ich mach alle unglücklich... ...ich habe meine ganze Familie, ich habe alle Menschen so lieb und irgendwas stimmt mit mich nicht und ähm... Und ich hab' so ne Spannung in mir und ich weiß nicht warum, ich habs doch so gut.

01:02:15: Da ist dann auch so ein Eintrag, ich hatte es total vergessen wie ich... Also da war meine Mutter nicht da die war irgendwie ein paar Wochen Ich glaube zur Kur,

01:02:25: wahrscheinlich.

01:02:26: Und in der Zeit habe ich eben ... Das war ganz normal.

01:02:29: Mein Bruder mit Binderung hatte auch Diabetes und ich hab halt seinen Diabetes gemanagt.

01:02:34: Es war einfach so.

01:02:35: Ja!

01:02:35: Und es gab dann eine Situation wo David Unterzucker hatte in der Schule umgekippt ist nach Hause.

01:02:41: Und ich hab das nur bei meinem Vater erfahren, der mir erzählt hat Boah, der David hätte sterben können.

01:02:45: also er war ganz bewegt davon dass das so knapp war Und ich habe das auch erst mal aufgenommen als, boah Gott sei Dank!

01:02:53: Das ist gut gegangen.

01:02:55: Und am nächsten Tag in der Schule ist mir das so ins System geschossen und mir war plötzlich klar vielleicht war das meine Schuld weil ich hab ihn ja gespritzt und vielleicht braucht er ein neues Schema, weil da es ja in der Pubertät, dann müssen die Werte über sich ändert sich und so und vielleicht ist das Schema falsch?

01:03:10: Ich hab ihn heute genauso gespritzen wie gestern.

01:03:12: was wenn der jetzt gerade tot auf dem Schulhof liegt?

01:03:14: Also er war auf einer anderen Schule als ich.

01:03:16: Ja, also ich bin dann so rausgestürmt aus dem Klassenzimmer und stand echt so würgend vor Not aufm Schulhof weil für mich einfach klar war Ich hab Schuld!

01:03:23: Ich habe das gemacht Und ich glaube dieses Schuldgefühl Das war noch so viel größer als diese Situation.

01:03:31: Also ich spüre es ja bis heute.

01:03:33: Schuldgefühle dass ist mit das massivste was Geschwisterkinder mit sich rumtragen Meistens an nicht viel Schuld.

01:03:39: Aber das haben die Allermeisten sehr, sehr doll dabei und ich würde wahnsinnig gerne dieser dreizehn-viertzehnjährigen... Also erstens würde ich sie gerne in den Arm nehmen und ihr aber auch einfach sagen hey du bist nicht schuld!

01:03:51: Du bist nicht Schuld und du machst das super gut und such dir mal jemand dem du erzählen kannst wie es dir wirklich geht.

01:03:57: Das würde ich ihr gerne sagen Und ich würde das aber auch echt gerne dem Umfeld sagen.

01:04:01: also deshalb hätte glaube ich gerne dem umfeld ein zettel zugesteckt und gesagt schaut doch da mal hin

01:04:06: Manche Geschichten schließen immer ihren Kreis.

01:04:09: Genau!

01:04:10: Ich hätte ihn gern gelesen und ich wäre nicht wütend auf dich gewesen, auch nicht wenn ich pflegende Mutter gewesen wäre.

01:04:14: Ich hätte dich gerne in den Arm genommen und ich hätte dir gern gesagt, ich glaube mit drei Zähnen diese Art von Verantwortung, von Überblick zu haben, von Angst um jemand anders der älter ist als du es mehr als du tragen kannst.

01:04:28: Genau und um solche Schnupfen... Ich glaube solche Sortierungsarbeit zu leisten.

01:04:35: damit sind dann viele Geschwisterkinder noch ganz, ganz lange beschäftigt.

01:04:39: Ja das kann sein!

01:04:40: Ich

01:04:40: jedenfalls glaube ich auch irgendwie immer noch... Dazu soll es eben auch beitragen.

01:04:45: Hey du hast hier immer ein offenes Ohr und du kennst jetzt meine Telefonnummer, meine E-Mailadresse.

01:04:49: wann immer du mich brauchst meldest du dich?

01:04:51: Aber ich glaube dass du ganz viel geleistet hast indem du dich hinter die Mauer gewagt hast aus Angst in dem du hingeguckt hast.

01:04:59: Ja,

01:04:59: ich hoffe.

01:05:00: Und ich wünsche dir und deinem Buch und eurer Geschichte von ganz vielen anderen Geschwistern, dass sie so viele Menschen erreicht und auch die Wut auslöst, die ich heute gefühlt habe.

01:05:11: Auch die Schuldgefühl und Verzweiflung der Traurigkeit damit wir hinkucken was da eigentlich los ist weil wir dann ins Gespräch kommen können und ich wünschte dir das dieses Buch sich wirklich unfassbar oft verkauft Und ja, du da ganz viel Feedback kriegst und das vor allem kein stiller Prozess ist.

01:05:29: Sondern ganz viele Menschen sich bei dir zurückmelden, ob sie diese drei D-Karte

01:05:33: haben.

01:05:33: Oh, danke schön!

01:05:34: Ja genau, kurzer Werbeblock wer diesen Podcast jetzt zeitnah hört und wenn euch dieses Buch interessiert könnt ihr wirklich gleich bestellen oder am besten bei der Buchhandlung ums Eck oder einfach beim Verlag klicken weil die Verkäufe in der ersten Woche sind total wichtig und ich würde diesem Buch so wünschen dass es mal außerhalb der Bubble sichtbar wird.

01:05:55: Weil es auch so viele Familien betrifft, die sich selber gar nicht als pflegend einstufen oder so?

01:05:58: Ja

01:05:59: das wünsche ich deinem Buch und von daher jeder der zuhört wo immer ihr's teilen könnt!

01:06:04: Nicht um mich oder meinen Podcast erfolgreicher zu machen sondern um dieses Buch und diese Geschichte zu teilen.

01:06:08: Teilt es wo immer es geht.

01:06:10: Klick klick klicken.

01:06:11: Danke dir.

01:06:12: Liebe Dunja, ich danke dir von Herzen.

01:06:14: Ich dank dir für die Tiefe dieses Gesprächs.

01:06:15: Ich danke dir für das Vertrauen dich mit allen Emotionen zu zeigen dass du so viel geteilt hast.

01:06:20: Ich Dank dir, dass wir so einen Frieden hatten aus einem Mutterherz und einem Geschwisterherz miteinander zu sprechen.

01:06:25: Das hat mir viel bedeutet!

01:06:27: Dankeschön, danke dir für dein ehrliches und mutiges Zugehens.

01:06:32: Toll, super!

01:06:33: Alles Liebe für dich und bis bald.

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