#79 - mal ehrlich

Shownotes

In der heutigen Folge möchte ich mit dir darüber sprechen, welche Probleme, welche Herausforderungen, welchen Stress ich wirklich erfahren habe als pflegende Mutter eines Kindes, das mittlerweile über 10 Jahre alt ist. Und ich möchte mit dir darüber sprechen, welche Erfahrungen, welchen Stress ich auch eben nicht gemacht habe, die mir aber vom Außen immer wieder als „das wird auf dich zukommen“ suggeriert worden sind. Ich nehme diese Folge für dich auf und ich nehme sie für mich auf, um dem mit ganz viel Ehrlichkeit zu begegnen, was in letzter Zeit immer wieder in meinen Gedanken rotiert.

Viel Freude beim Zuhören, beim Reinfühlen und Verstehen.

Alles Liebe Ini

Mein Name ist Ini Martius und ich bin Emotions Mastercoaching für pflegende Elternteile und Paare. Um Austausch, Impulse und das Arbeiten an deinen Themen an einem digitalen Ort zu vereinen, habe ich 2025 die "ausserordentlich & glücklich - Akademie" gegründet.

Im Podcast nehme ich dich mit in meine Erkenntnisse und Prozesse, sowie in emotionale Interviews mit GästInnen, die selbst eine außerordentliche und glückliche Lebensgeschichte mit dir teilen. Falls du Fragen an mich hast oder dir auch Begleitung und Unterstützung wünschst, wende dich an hallo@ausserordentlichgluecklich.de

Wir freuen uns, dich und deine Geschichte kennenzulernen!

Dieser Podcast ist eine Produktion der außerordentlich & glücklich-Akademie 2026

Idee: Irina Martius Konzeption: Irina Martius & Nadine Querfurth Produktion / Schnitt / Gäste-Management: Nadine Querfurth (@nadinequer)

Instagram: @ausserordentlich_gluecklich

Transkript anzeigen

00:00:09: Hallo und herzlich willkommen bei außerordentlichem Glücklich, dem Podcast über das echte Leben.

00:00:14: Seine Herausforderung und wie man das Glück darin findet!

00:00:18: Mein Name ist Inimacius ich bin Emotionscoachin und die Stimme hinter der gleichnamigen Akademie, dem Insta-Account & Blog.

00:00:31: In der heutigen Folge möchte ich mit dir darüber sprechen welche Probleme, welche Herausforderungen welchen Stress ich wirklich erfahren habe als pflegende Mutter eines Kindes, das mittlerweile über zehn Jahre alt ist.

00:00:47: Und ich möchte mit dir darüber sprechen welche Erfahrungen, welchen Stress auch eben nicht gemacht habe die mir aber vom Außen immer wieder als dass wir auf dich zukommen, suggeriert worden sind.

00:01:00: Ich nehme diese Folge für dich auf und ich nehme sie von mich auf um demmit ganz viel Ehrlichkeit zu begegnen was in letzter Zeit immer wieder in meinen Gedanken rotiert.

00:01:11: Viel Freude beim Zuhören, beim Reinfühlen und Verstehen.

00:01:25: Hallo zu dieser neuen Folge!

00:01:28: Diese Folge entsteht wie schon so oft folgen einfach aus dem Bauch heraus – Aus dem Gefühl heraus etwas mit dir teilen zu wollen Und auch mit mir selber teilen Zu wollen Damit meine Gedanken und all das was rotiert in mir sich wieder beruhigen können.

00:01:47: Tatsächlich ist das erwiesenermaßen eine wahnsinnig gute Methode, um auch aus inneren chaotischen Zuständen oder einem aufgewühlt sein und zu einer inneren Anspannung immer wieder herauszufinden.

00:01:59: Wenn du jetzt natürlich keinen eigenen Podcast aufnimmst oder dir auch keine ewig lange Sprachnachricht schicken willst dann geht das Ganze natürlich auch mit Zettel- und Stift- oder Notizbuch oder einem Journal wie man so schön sagt.

00:02:12: Das liegt ganz in der Wahl deiner Materialien, mit denen du dich am wohlsten fühlst.

00:02:17: Ich möchte heute mit dir über das Thema dessen sprechen was mich in letzter Zeit immer wieder beschäftigt.

00:02:23: und wenn ich schon diesen Satz sage und dann mich hineinspüre merke ich da ist Ärger!

00:02:29: Ich spüre Ärger weil ich das Gefühl habe mir selber den Mund verboten zu haben und mich so klein gemacht zu haben blockiert zu haben aus einem Zugehörigkeitsgefühl heraus.

00:02:41: Und dieses Zugehörigkeitsgefühl betrifft die Zugehrigkeit zu pflegenden Eltern.

00:02:47: Ja, ich bin eine pflegende Mutter und trotzdem bin ich so viel mehr!

00:02:52: Ich bin nicht nur das – und natürlich entspringt ein Teil meines Ärgers über das Thema, dass sich dir heute erzählen möchte ….

00:02:58: Natürlich auch dem, dass ich glaube es ist was damit zu tun hat ob wir uns auf einen Aspekt von uns reduziert fühlen und dadurch das Gefühl haben in eine Schublade gesteckt zu werden, die uns nicht gerecht wird….

00:03:11: Die Zugehörigkeit zu pflegender Elternschaft habe ich mir nicht ausgesucht.

00:03:16: Und ich hatte heute einen Gedanken nach einem Coaching mit einer Klientin, der ganz plötzlich da war – mein früheres Ich das was?

00:03:30: Zehn zwölf, fünfzehn, zwanzig, Mittezwanzig dreißig war!

00:03:35: Das hat gar keine Vorstellungskraft davon gehabt, was es bedeuten würde, pflegende Mutterschaft zu

00:03:42: haben."

00:03:42: zu halten und darin nicht nur zu bestehen, sondern ein Leben zu führen.

00:03:48: Dass sich Lebens echt und lebendig

00:03:52: anfühlt.".

00:03:54: Ich glaube hättest du mich vor die konkrete Wahl gestellt in diesen früheren Zeiten – in meinem früheren ich?

00:04:01: Dann hätte ich zwar einen Blick darauf gehabt wie ich Menschen mit Behinderung in meinem Umfeld früher wahrgenommen habe oder auch Familien, die ein Kind gepflegt haben.

00:04:14: Und trotzdem hatte ich einfach schier keine Ahnung, was das heißt wenn man selber Teil einer Familie ist in der ein Mensch mit einer geistigen Behinderung lebt.

00:04:25: und ich glaube hätte ich diese Wahl gehabt oder hätte mir dass jemand irgendwie gesagt und gesagt hier in zehn zwanzig dreißig Jahren wirst du Mutter eines Kindes mit dem Down-Syndrom sein dann hättest bestimmt ganz ganz viele Wahlmöglichkeiten gegeben wie ich reagiert hätte.

00:04:40: aber ich hätte schon erst mal vermute ich mit Überraschung und weil sie das nachfolgende Gefühl verstärkt, Wahrscheinlichkeit in der Traurigkeit irgendwie reagiert.

00:04:52: Dass ich mir das ja so nicht gewünscht hab?

00:04:56: Nicht vorgestellt habe!

00:04:58: Und... Ich will ja nicht per Tu ein schweres Leben haben.

00:05:03: Ich glaube, dass wären wenn ich ganz ehrlich meinem früheren ahnungslosen Ich-Begegne Gedanken gewesen, die ich gehabt hätte Und die wären berechtigt gewesen.

00:05:16: Berechtig dahingehend, dass ich eben wirklich einfach im Tal der Ahnungslosen gelebt habe und das ich wirklich Angst davor gehabt hätte, dass es zu schwer ist was da zu leisten ist.

00:05:26: Das ist das Thema über das sich heute mit dir sprechen möchte.

00:05:30: Denn dahinter steckt ja die Macht der Suggestion dessen wie ein Leben isst Wenn wir ein Leben führen als Familie mit einem Menschen mit geistiger Behinderung in unserer Mütter.

00:05:45: Als pflegende Mutter, ein Leben lang!

00:05:48: Darin steckt die Suggestion dass es schwer ist?

00:05:51: Dass das nicht der Norm entspricht, dass du viel mehr auf dem Radar anderer Menschen sein wirst, dass andere Menschen vielmehr über dich urteilen, dich beobachten, dich bemittleiden gleichzeitig dir Stärke zusprechen... Es gibt eine Suggestione darüber, dass es einen Permanenten Zugang vom Außen zum eigenen Leben plötzlich gibt.

00:06:14: Und das ist etwas, was hochgradig stressig ist an der pflegenden Elternschaft.

00:06:21: Es gibt Herausforderungen die meine pflegenen Mutterschaft mitgebracht hat, die ich heute auch ganz klar und konkret mit dir benennen und durchgehen werde und möchte – die auf jeden Fall da waren!

00:06:33: Und gleichzeitig gibt es eben ganz viele Dinge, die da nie waren … und trotzdem… in meinem System für Stress gesorgt haben.

00:06:42: Lass uns einmal einen Blick darauf schauen, was mich wirklich schon konkret gestresst hat seitdem ich Mutter eines Kindes mit Down-Syndrom bin.

00:06:52: Gestresst hatte mich meine Geburtserfahrung mein Kind das mir im Kreiser weggenommen wird mit der Sorge eines Herzfehlers einer nicht guten Sauerstoffversorgung eine Unklarheit und Gewissheit einer großen Angst darüber wie dieses Kind, auf das wir so hingefiebert haben, hingearbeitet haben durch Kinderwunschbehandlungen alles was im Vorfeld nötig war.

00:07:15: Dass es mir hier den Atem geraubt hat bis heute noch tut wenn ich das erzähle.

00:07:21: und dass ist eine konkrete Herausforderung.

00:07:26: Es ist eine Konkrete Herausforderungen der Angst zu begegnen, dass du das kind was du dir so ersehnt hast nicht behalten könntest dass es dir vielleicht direkt wieder genommen wird und du keine Ahnung hast, wie dir gerade geschieht.

00:07:42: Und dann wenn mehr Klarheit reinkommt – weil dein Kind eben doch lebensfähig ist?

00:07:49: Dein Kind keinen akutschweren Herzfehler hat, dieser Kelch an dir vorbeigegangen isst!

00:07:57: Dann kommt diese Diagnose Down-Syndrom, trie so mir einundzwanzig und du beliehst

00:08:05: dich.".

00:08:06: Und die eine konkrete Herausforderung ist zu realisieren, was es bedeutet für mich als Mensch und als Individuum einen anderen Menschen, den ich abgöttisch liebe, zu begleiten der eine Behinderung hat.

00:08:25: Weil ich mir das ja so nicht vorgestellt hatte!

00:08:36: bringt, welche moralischen Vorstellungen du hast.

00:08:39: Welche Werte dich tragen?

00:08:41: Wie stabil du mit dir selber bist!

00:08:43: Wie ehrlich du zu dir selber sein

00:08:45: kannst?!

00:08:47: Wie viel internalisierter Ebilismus vielleicht auch in dir steckt.

00:08:52: Wie gut du darauf vorbereitet und gewacknet bist nun dem Außen und der Gesellschaft zu begegnen wo du Mutter eines Kindes mit Behinderung bist.

00:09:00: Es schreibt deine Geschichte um.

00:09:03: Plötzlich definiert sich so vieles neu Du hast einen neuen Wertekompass.

00:09:09: Und vielleicht ist er gar nicht neu, aber er fühlt sich halt neu an weil es neue Grenzen, neue Verteidigungslinien gibt die du erst noch kennenlernen darfst.

00:09:19: Das ist eine konkrete Herausforderung.

00:09:22: und das ist auch eine konkrete Herausforderung im gleichen Moment der Diagnose zu verstehen dass eben einige Kälche an uns vorbeigegangen sind dass unser Kind mit hoher Wahrscheinlichkeit eine sehr gewöhnliche Lebenserwartung haben wird.

00:09:39: Dass wir nicht bangen müssen, dass es nicht sofort eine Operation erfordert und sich einzufinden darin das eigentlich doch in den Bedingungen richtig gut geht – und das ist total verwirrend!

00:09:53: Es ist so verwirren sich an diesen komplexsten Situationen wiederzuerkennen, wiederzufinden, neu zu sortieren und zu orientieren andere nicht abzuwerten oder ihr Schicksal überzubewerten, damit man sich selber relativieren kann.

00:10:10: Das ist eine konkrete Herausforderung.

00:10:14: und dann kommen die Herausforderungen, die ganz alltäglich sind.

00:10:18: Dann kommen diese Herausforderungen plötzlich damit konfrontiert zu sein dass du für dein Kind eine Frühförderstelle suchst von dem du gar nicht wusstest das man es braucht Dass Du eine heilpädagogische Kraft in Dein Leben lässt einmal die Woche weil dein Kind Anspruch darauf hat und auch diese Unterstützung benötigen wird.

00:10:39: Und gleichzeitig lässt du einen Menschen rein, von dem du das Gefühl hast ich habe ja gar keine Wahl denn Ich will ja meinem Kind das Beste ermöglichen.

00:10:47: Wir hatten auf diesem Weg viel viel und ganz häufig großes Glück wundervollen Menschen zu begegnen Tollen heilpädagogischen Kräften tollen Physiotherapeuten tollen Ärzten tollen Erzieherinnen, tollen Pädagog-Innen.

00:11:05: An ganz vielen Stellen habe ich wundervolle Menschen kennengelernt die meinem Kind große Dienste geleistet haben.

00:11:14: und trotzdem habe ich in diesen Begegnungen eben auch die konkrete Herausforderung erfahren mich darin immer wieder sortieren zu müssen.

00:11:25: Ich bin die Mutter, ich bin die, die in der Verantwortung steht.

00:11:28: Ich bin sie, die entscheiden darf ob ich das gut finde wie man mit meinem Kind umgeht, ob dass das richtige Verhalten ist, ob das die richtige Maßnahme ist?

00:11:36: Ob es uns überhaupt dient, ob es uns zu vieles oder nicht.

00:11:40: und das sind tausend Fragen und es kommen tausende Fragen darüber ob ich die besten Therapiemöglichkeiten in Anspruch nehme, ob ich nicht irgendwas verpasse, ob mich nicht mehr Selbsthilfegruppen dabei sein müsste, mehr Wissen anhäufen müsste.

00:11:53: Kommen soviel Zweifel!

00:11:55: Das ist konkret.

00:11:57: Das ist Anstrengung, das ist der Marathon den wir laufen, der fast nichts mit dem realen Kind zu tun hat, dass wir bekommen haben.

00:12:09: Was dann kommt als pflegende Mutter sind die Herausforderungen dessen, dass dein Kind sich entwickelt – anders als andere Kinder!

00:12:19: Dass vielleicht Verhaltensweisen auftauchen, mit denen du nicht gerechnet hast.

00:12:25: Ich habe Sorge davor gehabt, dass mein Kind nicht richtig sprechen wird.

00:12:28: Ich habe davor wirklich große Ängste ausgestanden!

00:12:32: Doch das was viel herausfordernder war, war das was fehlende Sprache eben auch mit sich gebracht hat.

00:12:40: Mehr Frustration mehr sich nicht gleich klar verstehen können noch mehr besser klarer hinschauen auf meinen kind vor Empfang empfinden was da gerade los ist was es gerade braucht.

00:12:54: Ich bin zu einem so perfektionierten Werkzeug meines Kindes geworden, für ihn zu dollmetschen.

00:13:02: Ihn zu verstehen, Emotionen zu regulieren, motorig auszugleichen, Förderung zu Hause vorzunehmen – ich habe geleistet an so vielen Ecken und Enden.

00:13:14: und das ist eine wirkliche Herausforderung die aber nicht aus der Behinderung meines kindes resultiert sondern aus eigenem Anspruch.

00:13:25: Und das Spannende daran ist die Herausforderung dahinter, dass der eigene Anspruch ja auch irgendwo herrühren muss.

00:13:31: und vielleicht rührt er aus dieser Suggestion, Damit es in dieser Welt bestehen kann, damit es das nicht schwer hat.

00:13:49: Weil wir Angst haben!

00:13:50: Angst davor dass es abgelehnt wird.

00:13:52: Angst dvor selber abgelehnd zu werden versagt zu haben Schuld zu sein daran dass irgendetwas nicht gereicht hat.

00:13:59: Ja und dann?

00:14:01: Dann ist wirklich eine Herausforderung wenn dein Kind jeden Abend beim Essen Das Wasserglas umschmeißt Was eigentlich eine Lapalie ist Und bei der du dich plötzlich fragst wie setze ich hier ne glare Grenze?

00:14:15: Wie kommen wir hier gerade zurecht einem Kind, dem ich versuche alle Wege frei zu schaufeln, frei zu räumen und ihm alles zu ermöglichen?

00:14:22: Eben auch ganz klar zu begrenzen im Sinne von das wirst du ab jetzt selber schaffen und leisten.

00:14:28: Und plötzlich sehen wir uns wieder konfrontiert mit diesem Umstand dass da in uns drin irgendeine Form von Aberlesmus eben auch da ist weil er gesellschaftlich einfach so stark vorgelebt und mitgebracht wird indem wir hin- und hergerissen sind Unser Kind total lieben es, unterstützen wollen all seinen Belangen und gleichzeitig nein sagen müssen.

00:14:49: Und nicht so richtig wissen wie?

00:14:51: Nicht übergriffig sein wollen, respektvoll sein wollen!

00:14:55: Und das ist übrigens die Herausforderung, die ich bis heute am meisten begleite wenn ich Eltern von Kindern mit Behinderungen begleiter.

00:15:07: Sich selber darin zu begegnen wer man im eigenen Verhalten isst Es nicht mehr zu ertragen, so viel Ärgernis, Wut und Verständnis und Zufriedenheit im eigenen Leben zu empfinden.

00:15:19: Die ja gar nichts mit dem Kind zu tun hat sondern irgendwie mit uns und keinen Weg zu finden wie ich dort hinauskomme Wie es sich überträgt auf so viele Beziehungen Mit Freundschaften Freunden im Außen die selber Kinder haben die neu typisch sind mit der eigenen Kernfamilie mit Großeltern mit Unterstützungsnetzwerken.

00:15:37: Es hat plötzlich soviel Einfluss.

00:15:38: diese Behinderung hat vermeintlich so viel Einfluss darauf, wie wir uns im Leben wahrnehmen und eigentlich eben auch nicht.

00:15:47: Dieses Thema liegt mir heute sehr am Herzen weil ich in der Öffentlichkeit in letzter Zeit so häufig in der pflegenen Bubble zu der ich eben zugehörig bin eine Nicht-Zugehörigkeit empfinde.

00:16:01: Ich habe nicht erlebt dass das Außen uns komplett schast und gedisst hat Wir Hasskommentare bekommen haben, gemieden werden.

00:16:12: Was ich erlebt habe ist das wir über Forderungen empfunden haben.

00:16:16: In Situationen in denen wir Gefühl die Blicke der anderen auf uns gefühlt haben darüber wie wir gerade mit dem Kind händeln und wie wir Dinge leisten können Wie wir mit Wutanfällen umgehen Mit Hauen oder Beißen oder Kratzen wie wir mit Weglauftendenz umgehen Immer haben wir das Gefühl gehabt dass Es ist nicht nur, dass es wie wir mit dem Kind verfahren sondern auch wie wir gesehen werden.

00:16:44: Das ist der reale Stress meiner ersten Jahre als pflegende Mutter gewesen.

00:16:49: Zusätzlich zu dem, dass wir so viel mehr Verantwortung gefühlt tragen weil wir so viele Dinge entscheiden müssen die langfristig so zielführend einen Einfluss darauf haben wie die Lebensqualität von uns und unserem Kind vermeintlich ist.

00:17:05: Weil da diese Sehr starke Suggestion ist, dass wir dieses Leben jetzt haben.

00:17:10: Dieses Kind haben und ich auch immer wieder höre auch in Begleitung von Eltern die eben Prenatal schon wussten das sie ein Kind mit Behinderung bekommen Dass Sie immer wieder damit in Berührungen geraten.

00:17:23: Ihr habt euch ja dafür entschieden.

00:17:26: Selbst wenn das nie jemand wortwörtlich sagt Sagt es eine Stimme im Inneren.

00:17:35: Und das ist vielleicht das tragischste an allem, dass wir selber so viel Schwere, so viel Anstrengung in uns hineinlegen und bringen.

00:17:44: Trotzdem muss ich eben auch sagen eine konkrete Herausforderung meiner pflegenden Mutterschaft ist die, immer noch ein Stück Erwachsener sein zu müssen.

00:17:56: Noch ein Stück kompetenter Handeln zu müssen als Mutter, dass da die Messlatte eben höher gelegt wird für mich.

00:18:03: Höher dahin?

00:18:04: Dass ich besser im Blick haben muss was jetzt notwendig ist.

00:18:08: Das System im besten Falle noch verändern muss.

00:18:10: Aktivistisch dafür sein muss das die Gesellschaft so abelistisch is in so vielen Dingen indem sie sich darüber nicht bewusstes und weißt du was?

00:18:20: Ich habe mit der Geburt meines Kindes keinen Vertrag dafür unterschrieben, wie viel besser ich sein muss und es aufzeigen muss um das System zu verbessern.

00:18:34: Ja!

00:18:34: Ich möchte dass unsere Gesellschaft eigenverantwortlicher wird.

00:18:38: ja ich möchte dass sie auch den Druck dieses ich muss mich Erwachsener verhalten ich muss mehr für mich selber und meine moralische Haltung einstehen.

00:18:49: Ich möchte wirklich mich wahnsinnig dafür einsetzen, dass Menschen das mehr können und ich tue das über meine Arbeit.

00:18:55: In denen ich Menschen vor Augen führe was sie selber in sich für einen emotionalen Stress spüren wie sehr der von außen kommt oder wie sehr Sie ihn selber erzeugen aufgrund von irrationaler Annahmen die eben Stress auslösen damit sie neue Entscheidungen treffen können Eine Entscheidung dafür, wer sie in dieser Welt sein wollen.

00:19:21: Einfach sein wollen!

00:19:22: Wie Sie leben wollen nicht um das System immer sofort zu brechen sondern indem sie da sind wie Sie da sind mit einem moralischen Kompass mit Werten hinter denen Sie stehen und dadurch zwangsläufig jedes System verändern.

00:19:37: mein Kind hat mir mit jedem mal dass ich ein Verhalten oder einen Eine Interaktionsqualität zwischen uns eine Beziehungsdynamik als anstrengend empfunden habe, vor Augen geführt wie bequem es ist in vermeintlicher Normalität.

00:19:53: Dass ich nie hinterfragt habe wirklich nie was es bedeuten würde Menschen immer unabhängig aller Bewertungskriterien nicht anlegen könnte komplett wertfrei zugewandt tolerant und hilfsbereit begegner.

00:20:15: Mein Kind stellt mir diese Frage jeden Tag.

00:20:18: Jeden Tag, den es in meinem Leben ist, stellt es mir die Frage ob ich wirklich weiß wer ich bin und wie ich mich verhalten will?

00:20:25: Und es gibt Momente... Da sage ich dir ganz ehrlich finde ich mich nicht cool!

00:20:30: Finde ich mich richtig zum Kotzen Dann wenn ich nicht gut auf mich acht gegeben habe Wenn dieses im Außen unterwegs sein und mit inneren Gedanken spielen darüber was mich stresst so viel Unruhe in mich hineingebracht habe dass sich dann in der Beziehung mit den Menschen, die mir am Allerwichtigsten sind.

00:20:49: Nicht so da sein kann wie ich es mir für sie und für mich selber wünsche.

00:20:53: Wenn ich plötzlich gereizt bin, entnervt nicht gelassen, nicht wirklich da, nicht über etwas lachen kann, über das man eigentlich einfach lachen könnte – dann mag ich mich nicht!

00:21:07: Und dass ist….

00:21:09: Das tut, dass es diese Frage jeden Tag in mein Leben bringt Wer ich da wirklich gerade bin und sein will, das ist manchmal wirklich anstrengend.

00:21:18: Und das ist auch schwer!

00:21:21: Das ist so lange schwer und anstrendend wie ich diese inneren Überzeugung und diesen Stress nicht abbauen kann, nicht aufräumen kann und mir selber liebevoll begegnen und sage hey... Ich bin hier.

00:21:35: Die Mutter dieses Kindes.

00:21:36: Ich bin ein Teil dieser Familie.

00:21:39: Und ich mache das gut.

00:21:41: Denn Weißt du über all die Jahre hinweg, in denen ich diesen Herausforderungen, diesen konkreten Herausforderungen meiner Persönlichkeit begegnet bin aber auch im Zusammenleben mit meinem Kind und in seiner Betreuung und Pfleger?

00:21:55: In all dieser Zeit habe ich so vieles gelernt.

00:22:01: Hat das immer wieder hinterfragen es auch leichter gemacht, leichter zu sein!

00:22:09: Und vielleicht hat es mich deshalb so umgetrieben und so überrascht, dass in den letzten Monaten, in denen ich auf Social Media unterwegs war, gemerkt habe, das ich mich nicht zu gehörig zu pflegenden Eltern gefühlt hab.

00:22:23: Weil ich eben ganz häufig mit dem Ton der darin ist, so einen verlängerten Arm dessen empfunden habe was sich über so viele Jahre früher selber mit mir gemacht haben – von dem ich nicht glaube, dass es notwendig Und von dem ich auch nicht glaube, dass es zuträglich ist für unsere Gesellschaft.

00:22:42: Wenn wir unser schwerer Unser anstrengend unser noch nicht geklärt sein, indem wer da sein wollen mit einem Menschen mit Behinderung an unserer Seite, werden wir das ins Außentragen!

00:22:52: Wenn wir wollen, dass sich das System im Aussen doch bitte endlich mal verändert – denn in meiner Wahrnehmung gibt's dann die Frage, möchte ich, dass das System sich unbedingt verändert?

00:23:05: Damit es sich für mich leichter anfühlt... Und weißt du?

00:23:09: Ja, das möchte ich.

00:23:11: Ich möchte händeringen, dass es für mein Kind an vielen Ecken und Enden leichter wird eigene Entscheidung zu treffen.

00:23:20: Zutrauen zu seinen Fähigkeiten zu haben selbst wenn er andere Fähigkeiten nicht hat!

00:23:26: Man ist schon lustig – ich muss gerade dran denken wie gestern die Kinder abgeholt habe mit ihm weil er grad noch Kita-Schließzeit….

00:23:33: äh, Kitaschließzeit ja Ihnen, dein Kind ist zehn und geht in den Hort.

00:23:38: Aber okay!

00:23:40: Hortschließzeit in den Sommerferien hatte und da bin ich gestern die anderen abruhen gegangen Und er sitzt neben mir im Auto und sagt Mama Wenn groß bin dann ich auch Autofahren.

00:23:52: Und soll ich dir was sagen?

00:23:53: Es hat mir krass Herz gebrochen.

00:23:56: Tut's auch jetzt noch Dass.

00:23:59: ich weiß dass das etwas ist Was nicht zur Debatte stehen wird für ihn Obwohl ich dir sagen kann mein Kind könnte besser aus- und einparken als die meisten erwachsen.

00:24:10: Aber das Thema mit wirklich sich an alle Straßenverkehrsregeln halten, wirklich vorausschauend rücksichtsvoll und in der Art zu fahren und zu agieren ist wirklich nicht im Rahmen der Möglichkeiten und das weiß ich auch.

00:24:22: Das kann ich realistisch sehen und einschätzen dass wir da wahrscheinlich nie hinkommen werden.

00:24:27: aber es ist deshalb lustig dass es mir einfällt weil ich eben ganz fest sehe und glaube ja jeder Mensch mit Behinderung hat andere Qualitäten und Möglichkeiten.

00:24:36: Ich denke da nur an diesen beliebten Satz, den man als pflegende Mutter ganz am Anfang häufig sieht.

00:24:41: Aber Menschen mit Downstream können es auch ganz weit bringen!

00:24:45: Manche studieren oder werden Schauspieler... Du kennst solche Sätze wahrscheinlich.

00:24:50: Und ich weiß noch wie das in mir immer so ein verstörendes Gefühl ausgelöst hat.

00:24:55: von was soll ich jetzt mit dieser Aussage anfangen?

00:24:59: Heute gucke ich ein bisschen anders darauf und denke so Das Schwere, das Herausfordernde an pflegender Elternschaft ist eben nicht dass mein Kind so wahnsinnig defizitär ist, dass nichts geht.

00:25:12: Sondern das Schwere und Herausforderne ist, was nicht ganz rund läuft für das, was normal wäre in unserer Gesellschaft?

00:25:20: Was erwartbar wäre?

00:25:21: Was die Leistungsschlüssel sind, die wir so irgendwie ansetzen, die jeder am Idealfall auch erfüllen sollte?

00:25:28: An den Stellen ist es schwer und herausfordernd!

00:25:31: Und das sind systemische Stellschrauben, dass es nicht mein Kind.

00:25:35: Und ja natürlich lädt das dazu ein unfassbar gegen das System zu rebellieren.

00:25:39: und gleichzeitig muss ich dir aber sagen, dass eben in diesem... Dass man konkrete Herausforderungen hat wahrzunehmen wer man da gerade ist nach welchen Werten man handelt welche moralischen Grundsätze die eigene Persönlichkeit innehält Das man damit schon echt gut zu tun hat und wir unterschätzen das immer.

00:26:01: Ich finde, es wird maßgeblich unterschätzt.

00:26:04: Zu glauben das die Zugehörigkeit zu pflegenden Eltern eben bedeutet dass jeder die gleichen Ressourcen hat um aus pflegener Elternschaft heraus Aktivismus zu betreiben Das System wirklich zu verändern Alle Therapiemöglichkeiten und Formen für dein Kind zu kennen ist dadurch auch noch anderen Eltern den Weg zu ebnen.

00:26:28: Ich nehme diese Folge für dich und für mich auf, um dir zu sagen Es ist okay wenn du die Mutter deines Kindes bist Wenn du die Begleitung willst, die du leisten kannst So dass es dir darin gut geht Und dein Kind Dass du dir Hilfe holst, wo du sie brauchst Dass du sie verneinst, wo sie dir im Kontakt nicht gut tut Dass du Beziehungen aufrechter hältst und förders dir am Herzen liegen und diese gehen lässt, die dir nicht gut tun.

00:26:56: Ist das ok?

00:26:57: Wenn es leicht ist, wenn du das Müssen rausstreichst aus diesem Aspekt pflegender Mutterschaft.

00:27:06: Es ist okay, wenn Du nicht dauerhaft übermäßig förderst.

00:27:12: Es is ok!

00:27:14: Wenn Du eine Pause einligst – es ist ok, wenn Dich priorisierst, es ist OK, wenn DU für Deine eigene Zukunft willst dass Da eine Lebendigkeit aus dem entsteht wo Du Dich entfalten kannst, wo Du dich noch strecken kannst Und nicht ausschließlich das Leben deines Kindeslebst.

00:27:32: Gestern hatte ich ein sehr emotionales Coaching und in dem Coaching sagte mein Gegenüber, anstrengend ist halt unser neues Normal.

00:27:45: Da war so viel Schmerz, so viel Erschöpfung, soviel Traurigkeit, so viele Frustrationen und Verzweiflung – und ich konnte es gut verstehen!

00:27:58: Ich kann es gut verstehen, weil das ein Teil meiner Geschichte ist.

00:28:03: Und gleichzeitig konnte ich da sein und diesen Menschen gegenüber sitzen und wissen, da ist mehr möglich!

00:28:11: Da ist mehr neues Normal möglich als nur Anstrengung – so viel mehr.

00:28:18: Wir dürfen immer wieder anerkennen und es wirklich fest in uns integrieren was wir da alles schon geleistet

00:28:26: haben.".

00:28:28: Wenn du gerade ganz am Anfang stehst und heute diese Folge hörst, Und die Diagnose deines Kindes bekommen hast.

00:28:36: Traurig und verzweifelt und ängstlich bist!

00:28:39: Nicht richtig weißt wie dir geschieht?

00:28:41: Dann mag ich dir an dieser Stelle sagen Es ist total okay... ...und du wirst irgendwann darauf gucken können, dass du Diese Zeit bravorös gemeistert hast Dass du da warst Geweint hast, verzweifelt warst und trotzdem da warst für dein Kind.

00:29:01: Dass da Liebe war, dass da immer Liebe war – gleichzeitig zu Zweifel, Sorge!

00:29:07: Zu dem Handieren mit der Suggestion im Außen.

00:29:10: Und dass das eben auch du bist?

00:29:13: Dass Du nicht nur pflegende Mutter bist in Anstrengung schwere Unterschöpfung sondern dass Du auch die bist, die das erlebt hat?

00:29:24: Dadurch ist… von der es ein Teil ihrer Geschichte ist.

00:29:28: Und irgendwann wird das neue Normal, dass mal anstrengend hieß – nicht weniger anstrend gewesen sein in der Vergangenheit.

00:29:39: Aber du wirst drauf gucken und merken ich habe das geschafft!

00:29:43: Ich bin so viel stärker, fähiger, kompetenter, verantwortungsvoller als sich es in den kleinen Momenten wo ich an mir scheitere Laut werde, nicht meine Gelassenheit halten kann, keine Lust auf fördern habe als da wichtig ist.

00:30:02: Ich wünsche dir das egal wo du gerade stehst in deiner pflegenden Elternschaft!

00:30:08: Wie viel Stunden Tage Wochen Monate oder Jahre du schon pflegen der Elternschaft inne hast?

00:30:15: Dir heute die Zeit nimmst hin zu spüren wieviel du einfach schon wahnsinnig gut gemacht hast.

00:30:23: ich wünsche dass du dich anerkennst als der Mensch, der du bist.

00:30:28: Mit der Liebe die Du in Deine Geschichte reinbringst, dem besorgt sein, dem mutig sein, das Du merkst wo Du Schwierigkeiten hast im Außengut zu bestehen und dass Du irgendwann die Stärke entwickeln wirst Dir selber klar darüber zu sein wer Du bist um da heraus überall da sein zu können für Dich?

00:30:51: Für dein Kind!

00:30:54: Für die Werte die Dich tragen.

00:30:56: Alles Liebe für dich und bis bald.

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