#75 - Expertise

Shownotes

In der heutigen Folge möchte ich mit dir darüber sprechen, dass dann wenn wir zu pflegenden Eltern werden, wir eben eine Reise vor uns haben, zu jemandem, der wir noch nicht sind.

Zu jemandem, der auf eine neue Art mit dem Thema Inklusion und Behinderungen in Berührung und dadurch mit sich selber und seinen eigenen Werten auch ganz neu in Kontakt kommt.

Ich möchte mit dir darüber sprechen, was es mit uns macht in diesem Umfeld mit Menschen mit fachlicher Expertise im Austausch zu sein: ÄrztInnen, TherapeutInnen, LogopädInnen - alle, die unsere Kinder fördern und begleiten in der ersten Zeit und wie wir ihnen begegnen.

Ich teile mit dir meine Erfahrung, meine Eindrücke und die Erkenntnisse meiner Reise zu der, die ich heute bin.

Viel Freude beim Zuhören, Reinfühlen und Verstehen.

Alles Liebe Ini

Mein Name ist Ini Martius und ich bin Emotions Mastercoaching für pflegende Elternteile und Paare. Um Austausch, Impulse und das Arbeiten an deinen Themen an einem digitalen Ort zu vereinen, habe ich 2025 die "ausserordentlich & glücklich - Akademie" gegründet.

Im Podcast nehme ich dich mit in meine Erkenntnisse und Prozesse, sowie in emotionale Interviews mit GästInnen, die selbst eine außerordentliche und glückliche Lebensgeschichte mit dir teilen. Falls du Fragen an mich hast oder dir auch Begleitung und Unterstützung wünschst, wende dich an hallo@ausserordentlichgluecklich.de

Wir freuen uns, dich und deine Geschichte kennenzulernen!

Dieser Podcast ist eine Produktion der außerordentlich & glücklich-Akademie 2026

Idee: Irina Martius Konzeption: Irina Martius & Nadine Querfurth Produktion / Schnitt / Gäste-Management: Nadine Querfurth (@nadinequer)

Instagram: @ausserordentlich_gluecklich

Transkript anzeigen

00:00:09: Hallo und herzlich willkommen bei außerordentlichem Glücklich, dem Podcast über das echte Leben.

00:00:14: Seine Herausforderung und wie man das Glück darin findet!

00:00:18: Mein Name ist Inni Marcius ich bin Emotionscoachin und die Stimme hinter der gleichnamigen Akademie, dem Insta-Account & Blog.

00:00:31: In der heutigen Folge möchte ich mit dir darüber sprechen dass dann wenn wir zu pflegenden Eltern werden... Wir eben eine Reise vor uns haben zu jemandem, der wir noch nicht sind.

00:00:46: Jemand, der auf eine neue Art mit dem Thema Inklusion und Behinderung in Kontakt kommt und der dadurch mit sich selber und seinen eigenen Werten eben auch ganz neuen Kontakt

00:00:56: kommt.".

00:00:57: Und ich möchte mit dir darüber sprechen was es mit uns macht dann in diesem Umfeld mit Menschen mit fachlicher Expertise im Austausch zu sein.

00:01:06: Ärzten, Therapeuten, Logopädinnen Alles was unsere Kinder fördert und begleitet in der ersten Zeit, und wie wir den begegnen.

00:01:15: Ich teile mit dir meine Erfahrungen, meine Eindrücke – und die Erkenntnisse meiner Reise zu der, die ich heute bin!

00:01:23: Viel Freude beim Zuhören, beim Reinfühlen und Verstehen.

00:01:37: Hallo und herzlich willkommen zur Folge dieser Woche.

00:01:41: In dieser Woche schauen wir in der Akademie ein wenig darauf, was es mit uns macht wenn wir gerade pflegende Eltern geworden sind.

00:01:50: Wer wir selber darin sind und welche Fähigkeiten sich vielleicht noch entwickeln werden und auch dürfen oder sogar müssen – immer dann, wenn wir für uns oder unser Kind gut einstehen wollen!

00:02:03: Ein Aspekt, indem das sehr schnell notwendig wird ist im Austausch mit fachlicher Expertise.

00:02:11: Wenn ich mich an die Geburt unseres Kindes mit dem Down-Syndrom erinnere, dann erinnert ich mich vor allem daran dass in dem Moment natürlich das System gegriffen hat was ich nicht hatte.

00:02:23: Ich bin keine Ärztin!

00:02:41: Darauf angewiesen, dass Menschen mit einer fachlichen Expertise mich unterstützen.

00:02:46: Orientierung geben – all das Chaos wieder ordnen in dem ich so neu bin!

00:02:53: Und…das was besonders daran ist, ist, dass wir von Sekunde eins an – wo klar ist das hier?

00:03:01: Eine Abweichung aus dem es was gewohnt, normal, vorstellbar und bekannt is', erst mal überrascht sind, orientierungslos.

00:03:13: Und in diese Orientierungslosigkeit hinein mischt sich dann eben ganz oft auch der Stress, der nach der Überraschung erfolgt – die Besorgnis, die Angst, die Zukunftsangst.

00:03:25: und es kann ganz schön überrollen!

00:03:28: In diesem Moment jemand an deiner Seite zu haben, der sich aber in dieser neuen Welt schon auskennt… der weiß, was es bedeutet wenn ein Kind mit einer schlechten Sauerstoffversorgung auf die Welt kommt.

00:03:40: Wenn da vielleicht ein Loch im Herzen ist?

00:03:43: Wenn da eine klare Diagnose im Raum steht?

00:03:46: Dann brauchen wir diese Menschen damit sie eben handlungsfähig sind wo wir's nicht sind noch gar nichts sein können.

00:03:54: Wir haben diese Welt vorher noch nie betreten, wir haben dieser Erfahrung noch nicht gemacht und es ist völlig verständlich dass wir an dieser Stelle eben nicht selbstwirksam und konsequenzenüberblickend handeln oder entscheiden können.

00:04:08: Tatsache ist allerdings auch das wir eben nicht nur auf eine fachliche Expertise treffen die wir einfach abrufen und die das überbrückt was wir noch nicht können sondern wir treffen auf Menschen.

00:04:21: Wir treffen auf Menschen in dem Status, in dem sie jetzt gerade sind.

00:04:27: Vielleicht sind die gestresst?

00:04:29: Vielleicht haben die diese Situation so wie sie jetzt grade ist selber schon lange nicht mehr erlebt!

00:04:35: Vielleicht erleben die das jeden Tag und sind dahingehend sehr abgeklärt – vielleicht haben die Stress mit den Kollegen gehabt, Stress mit denen Vorgesetzten oder vielleicht auch im privaten Umfeld.

00:04:47: Ich werde es nie wissen… doch eben diese Menschen treffen auf

00:04:51: mich.".

00:04:52: Und eine Erfahrung, die ich gemacht habe ist sie.

00:04:54: Dass es einerseits Menschen gibt, die einen Beruf ausüben, eine fachliche Expertise erreicht haben und diese eben erreichen Hand in Hand mit Empathie – Mit dem Wunsch hilfreich zu sein und dienlich mit dem Wissen dass Sie sich angeeignet haben!

00:05:13: Das war ein wirklich wunderschönem Fall und ganz erstklassig anders kann man das wahrscheinlich gar nicht ausdrücken der Fall, als wir auf die Neonatologie gekommen sind mit unserem Kind.

00:05:24: Wir haben wahnsinnig ruhige, sichere, liebevolle Pflegepersonen getroffen!

00:05:32: Wir haben auch Ärzte getroffen, die erst einmal für sich so souverän waren in ihrem Handeln, dass es für uns ein Teil des Stresses wieder wegreduzieren konnte.

00:05:43: Aber und ich würde die Folge nicht aufnehmen wenn das kein Arber gäbe Wir sind eben auch den Menschen begegnet, die Aussagen getroffen haben, die kritisch waren.

00:05:55: Haben Sie das denn vorher schon gewusst?

00:05:57: Weil also wenn man das ja weiß dann muss man und dann werden Sätze oft nicht zu Ende ausgesprochen weil sie merken dass wir hier stehen vor einem realen Kind was auf die Welt gekommen ist, was da ist über dass wir uns auch offensichtlich freuen und Sorgen machen.

00:06:13: Und das is einer dieser ersten kleinen Punkte wo fachliche Expertise auf den Menschen trifft und wo menschliche Meinung auf andere menschlichen Situationen trifft.

00:06:24: Und wir haben im Team der Akademie in der letzten Woche, in Vorbereitung auf diese Woche und den Content dafür natürlich uns auch ausgetauscht zu diesem Thema und unseren Erfahrungen und haben einmal wieder festgestellt wie unterschiedlich wir ja auch dort reingehen und mit welchem unterschiedlichen Druck der Situation?

00:06:40: In unserem Falle war der Herzfehler überschaubar!

00:06:45: Das war fast schon abhandelbar mit einer Aussage, wie das verwext sich aller Wahrscheinlichkeit nach.

00:06:51: Was es auch tatsächlich getan hat?

00:06:53: Während zum Beispiel Janine in unserem Team ein Kind hat, dass aufgrund des Herzfehlers operativ behandelt werden musste.

00:07:01: und je nachdem wo wir uns befinden wie groß der Druck oder die Not oder die Angst ist in unserer Situation um so stärker treffen uns auch eben Aussagen von fachlicher Expertise, von der wir uns vorrangig erstmal Orientierung und Hilfe-und Handlungsfähigkeit wünschen.

00:07:18: Weil da hat diese Beurteilung unsere Situation irgendwie gar nicht so ein Fundament auf das es aufsetzen kann.

00:07:27: Und das worüber ich aber vor allem mit ihr in der Folge sprechen möchte ist dass wir immer dann Wenn wir von der fachlichen Seite eben auch eine Einschätzung brauchen, eine Unterstützung weil wir wissen wollen wie wir vorgehen.

00:07:41: Weil wir eine gute Entscheidung für eine Operation oder gegen eine Operation treffen wollen.

00:07:47: Weil we vielleicht auch einfach entscheiden wollen wird unser Kind Wolter machen als physiotherapeutische Behandlungsmethode oder Bobart?

00:07:56: Das Eine erfordert eine sehr stringente Eltern-Mitarbeit durchaus auch einer Anstrengung und Herausforderungen im Beziehungserleben mit deinem eigenen Säugling und Baby, und das andere ist wesentlich sanfter.

00:08:12: Und wenn ich da auf die fachliche Expertise treffe, die eben nicht mich als Mutter sieht sondern den Umstand der Diagnose und auch das Kind noch gar nicht genauer anguckt und sagt ja also ohne Wolter wird das hiermit nah Trisomy-Ir.

00:08:29: oder mit dem Down-Syndrom nicht viel bringen, wir müssen hier schon mit dem richtigen Tool ansetzen an der Stelle und ich erzähle dir das weil diese Erfahrungen die haben wir in der Stärke, in der Aussage nicht gemacht und wir haben eine ganz tolle Physiotherapeutin auch sowohl auf der Neonatologie kennengelernt als auch dann hier vor Ort.

00:08:48: allerdings haben wir oft im Nachgang eben auch in Intensivtherapiezentren wo ich im Osten unterwegs war und einen Vortrag gehalten habe oder mich Menschen unterhalten habe, da hab' ich oft die Rückmeldung gekriegt.

00:08:59: Echt?

00:09:00: Die haben nicht Walter gemacht!

00:09:01: Wieso habt ihr das nicht

00:09:02: gemacht?!

00:09:02: So... Und jetzt kommen wir zu einem spannenden Punkt.

00:09:04: Jetzt kommen wir zum Punkt.

00:09:06: Wie betrachte ich das denn?

00:09:08: Wie betrate ich dass wenn ich als pflegende Mutter ja eben gar nicht die Fachlehe Expertise einer Physiotherapie Ausbildung und einer Spezialisierung in Richtung Walter- oder Bobert habe?

00:09:19: Ich kann das nicht beurteilen.

00:09:20: Und dieses Nicht Beurteil erschafft natürlich in einem gewissen Rahmen eine Abhängigkeit.

00:09:27: Einen darauf angewiesen sein, dass unser Gegenüber in unserem besten Willen und dem Willen unseres Kindes einen Vorschlag

00:09:35: macht.".

00:09:37: Und es wäre so schön wenn das immer der Fall wäre!

00:09:40: Es wäre so Schön, wenn sich das immer ausgeht – doch genauso ist es eben häufig nicht.

00:09:45: Viel häufiger ist, dass Menschen mit einer fachlichen Expertise eben auf einen Erfahrungsschatz zurückgreifen.

00:09:54: Auf ein Erfahrungsschatz, der innerlich die Berechtigung herstellt eine Aussage zu treffen, die eben doch nicht für mich und für mein Kind getroffen wird sondern aus Expertise- und Erfahrungsschatze heraus.

00:10:09: Und das kann man erst mit der Zeit als pflegendes Elternteil wahrnehmen und erkennen.

00:10:16: Erst mit der Zeit kannst du erkennen, dass sich die Gewichtung zwischen fachlicher Expertise und deiner älterlichen Expertise verändert.

00:10:27: Denn….

00:10:28: Du sammelst ja Erfahrung – mit deinem Kind!

00:10:31: Jeden Tag.

00:10:32: Vierundzwanzig sieben.

00:10:33: Du siehst alles während die fachliche Expertise bei der du dir dann Orientierungshilfe oder Handlungsfähigkeit holen willst eben die Momentaufnahme seht.

00:10:44: Und um die Momentaufnahme einzuordnen, bedient man sich einerseits seine Kompetenz im Bereich von Wissen und vielleicht auch von Haltung im Idealfall.

00:10:54: Und dann bedient sich des Erfahrungsschatzes!

00:11:07: Immer wieder Stress in einer ganz konkreten Situation, wenn die Physiotherapeutin oder der Arzt, die Ärztin mir gegenübersteht und eine Aussage über meinen Kind trifft mit der ich nicht da korben.

00:11:22: Dann habe ich immer Stress und ich merke gleichzeitig Ich kann dann nicht gut für mich einstehen, für mich reden wirklich davon überzeugt sein dass sich auch recht haben könnte mit meiner Meinung Weil das ist ja nur eine Meinung und die anderen haben ja die Professionalität und die Kompetenz.

00:11:40: Wenn Mütter oder Eltern mit diesem Anliegen zu mir kommen, dann ist es nicht mein Job richtigzustellen, dass der ein oder andere mehr Kompetenzen hat.

00:11:49: Sondern dann ist mein Job eine Befähigung herzustellen wieder flexibel in der Situation selber wahrnehmen zu können wie viel Gewichtung ich meiner eigenen elterlichen Expertise eben auch einräumen möchte!

00:12:02: Denn Wenn ich davon ausgehe, keine Wahl zu haben als den Erfahrungsschatz und die Kompetenz desgegenübers als gesetzt anzunehmen – gleichzeitig merke das ist nicht ganz stimmig mit dem wie ich mein Kind wahrnehme.

00:12:19: Dann erzeugt der Stress!

00:12:20: Weil wir ja selber einen Erfahrungsschatts haben, der jetzt irgendwie ein Abgleich geraten möchte mit der fachlichen Kompetent.

00:12:27: Und es ist nicht selten der Fall dass, wenn ich mit Klienten daran arbeite den Stress der Situation zu ergründen und zu reduzieren.

00:12:38: Dass wir eben auch darauf stoßen das ja ganz viel mit uns zu tun hat.

00:12:42: Und es hatte auch mit mir als pflegende Mutter total viel zu tun!

00:12:45: Wie sehr trauig mich meine Meinung gegenüber einer vermeintlichen Respektsperson oder einer Person mit mehr fundierter Kompetenz wirklich klarzuformulieren?

00:13:00: Und ich mache dir ein ganz einfaches Beispiel meiner Kindheit.

00:13:03: Ich bin noch mit Sätzen meiner Mutter groß geworden von, man macht älteren Menschen Platz!

00:13:09: Man hat Respekt zu haben vor ältern Menschen und vor allen akademischen Berufen – das war kein ausgesprochener Satz, sondern es war auf Sicht bei den Verhaltensweisen.

00:13:19: Verhält man sich Bescheiden?

00:13:21: Man nimmt sich

00:13:22: zurück?!

00:13:22: Die haben auf jeden Fall Recht!

00:13:25: Das sind alles Dinge, die sehr unbewusst und subtil durch die Verhaltensweisen meiner Eltern in mich eingeflossen sind.

00:13:31: So nennt sich da!

00:13:33: Bei meinem Kind kriege Empfehlungen zu Therapiemöglichkeiten, zur möglichen Untersuchung... Vorgehensweisen, zum Kita-Platz zur Beschulung.

00:13:46: Was immer es sei!

00:13:47: Also wir können da ja wirklich an allen Ecken damit spielen dass uns plötzlich Personen entgegen kommen die eine vermeintlich größere Kompetenz haben als wir und nenn sie sich da Und bringen das mit dieses unbewusste Paket und gerade in Stress weil ich einerseits weiß Ja warte mal aber da ist doch mein Kind.

00:14:06: das sehe ich doch und Ich sehe auch Potenziale darin.

00:14:09: dies hat Ich sehe vielleicht nicht ganz die Notwendigkeit in dem, was mir vorgeschlagen wird und muss das irgendwie verbalisieren.

00:14:16: Und musste im Idealfall mich selber ja darin auch so erleben dass ich das zum Ausdruck bringen konnte, was für mich wichtig war.

00:14:23: Denn wenn ich halt aus einem großen sozialen Beziehungsstress heraus dann irgendwie sage, was mein Erfahrungsschatz ist oder meine älterliche Expertise und meine Meinung.

00:14:32: Und dabei aber in mir total unsicher und aufgeregt bin, merke Ich verhasbe mich, ich rede vielleicht nicht ganz geradeaus Oder ich kann nicht gut Blickkontakt halten weil das stresst mich irgendwie Dann ist ja unausgesprochen.

00:14:44: Wenn wir jetzt uns dieses Bild vorstellen und wir zoomen mal so ein bisschen daraus Da ist eine Unsicherheit im Raum Und irgendjemand im Raum wird versuchen das wiederherzustellen, dass es ein sichereres Gefühl gibt.

00:14:55: Wenn ich das nicht selber bin dann wird es im Zweifelsfall die fachliche Expertise tun indem sie da reinsteppt und sagt guck mal weißt du was?

00:15:02: Ich sehe das so und so!

00:15:04: Dann ist die Frage wenn das passiert habe ich dann die Kraft trotzdem nochmal dafür einzustehen was aber meine Gedanken sind.

00:15:13: Es ist so wichtig zu verstehen dass das sein Prozess ist.

00:15:17: Wir können nicht wenn diese Dinge in uns stecken Erwarten, dass die einfach aufhören weil die Notwendigkeit das wir unserem Kind mehr zur Seite stehen wollen und so groß ist.

00:15:29: Die sind da!

00:15:30: Wir tragen solche Dinge in uns.

00:15:31: Das ist dieser liebevolle Rucksack den wir alle haben mit unseren Lebenserfahrungen, die wir so mitbringen.

00:15:37: Und es kann sein, dass wir solche Lebenserfahrung haben und dass sie in einem Lebensweg in dem solche Situationen gar nicht auftauchen eben gar nicht tangiert werden.

00:15:47: Da kommen wir uns super souverän vor, da haben wir gar keinen Stress mit anderen Kompetenzen in Kontakt zu geraten und mit denen auch einen Meinungsaustausch zu gehen.

00:15:56: Aber jetzt als pflegender Elternteil eben zu merken ich bin hier im Zwiespalt aus... Ich habe zwar die Kompetenz nicht aber ich hab dieses Kind Und ich will dafür einstehen.

00:16:07: Dieser Zwiespaal der macht eben was mit uns.

00:16:11: Oft ist es so, dass wenn diese sehr unbewusst Dinge in uns arbeiten und wir uns erstmal ja auch selber damit kennenlernen müssen, dass wir eine neue Form der Verunsicherung erleben.

00:16:22: Weil das neues Eltern zu sein, weil das noch dazu neues pflegenes Elternteil zu sein war es noch dazu Neues uns mit Therapieformen inklusion was es auch sei auseinanderzusetzen Das ist ja einfach auch anstrengend.

00:16:36: Es ist anstrengend, in neue Welten einzutauchen.

00:16:39: Und es gibt natürlich Menschen denen das total leicht fällt weil hier einfach von ihrer gesamtheitlichen Konstitution mit sehr viel Neugier, sehr viel Offenheit, sehr viele Risikofreude ausgestattet sind.

00:16:47: Das gibt aber eben auch Menschen die das nicht haben.

00:16:50: Die erst mal wieder wissen müssen wer sie sind wo sie sind wie dass alles hier so funktioniert.

00:16:56: und in diesem Prozess werden wir jeden Tag stärker und ich erzähle dir das Nicht nur aus meiner Erfahrung kenne, sondern auch aus der Erfahrung all der Frauen und Mütter und Eltern und Paare mit denen ich arbeiten darf.

00:17:13: Wir werden jeden Tag erfahrungsschatzreicher und Kompetenzen stärker!

00:17:19: Und wir müssen uns eben auch kurz immer in diesen Momenten erleben wo wir so verunsichert sind Und vielleicht auch darüber kurz überrascht sind und denken, warte mal.

00:17:28: Aber sonst in anderen Kontexten passiert das doch gar nicht!

00:17:31: Warum passiert mir das denn hier?

00:17:33: Und warum stresst mich das so

00:17:34: krass?!

00:17:35: Diese Erfahrungen müssen wir erst einmal machen damit wir verstehen was das Lernfeld ist, was es für uns darin gibt schlegender Elternteil zu sein.

00:17:44: Ob es darum geht unserer Meinung und Stimme Gehör zu verschaffen oder ob es eben darum geht überhaupt wirklich zu akzeptieren, dass wir jetzt pflegende Eltern sind.

00:17:54: Dass unser Kind anders ist als

00:17:56: andere.".

00:17:58: Das war zum Beispiel ein Thema mit dem ich Stress hatte!

00:18:02: Ich kann mich sehr gut erinnern an einige SPZ-Besuche ganz zu Beginn wo unser Kind natürlich durch die klassischen Entwicklungstests gelaufen klassische Sprachtests, die Physiotherapie-Tests.

00:18:15: Die heilpädagogischen Testungen und all das was da so steht.

00:18:18: also alleine wenn ich das jetzt gerade so erzähle und überlege durch wie viel Testsituation mein Kind in seinem Leben schon gelaufen ist während unseren neurotypischen Kinder gar nicht hatten finde ich es einfach nur gruselig wirklich grusulich!

00:18:30: Und ich kann mich gut daran erinnern dass ich in diesen Situationen am Anfang ganz unbewusst wahnsinnig nervös war.

00:18:39: Ich bin da hingegangen mit meinem Kind, was ich über alles liebe und auf das ich super stolz war.

00:18:45: Wie gut es sich in meiner Wahrnehmung einfach entwickelt hat!

00:18:49: Und dass obwohl natürlich auch mit der Diagnose Trisomy-Irrengste in mich reingekommen sind.

00:18:54: wie wird es hier?

00:18:56: Gerade wenn dir jemand sagt Das kann dir keiner vorher sagen und das kann wirklich niemand vorhersagen, wie sich das zeigt in deinem Kind Was da wie anders ist, was wie Entwicklungsverzögert ist.

00:19:05: Es ist eine groß große Bandbreite.

00:19:09: Ich hatte aber das Gefühl, vieles läuft wirklich gut.

00:19:12: Ich war da ganz stolz und ich hatte auch das Gefühl wir sind ein gutes Mutter-Kind-Team.

00:19:15: Wir kriegen es gut hin!

00:19:17: Und dann bin ich in diese Testungssituation hinein und habe ganz oft gemerkt woher die strengen mich über die Maßen an.

00:19:25: Auf so vielen Ebenen fangen wir mit.

00:19:29: du kommst ins SPZ Du hast einen Termin und hast eine Wartezeit von einer dreiviertel Stunde mitten im Säugling.

00:19:36: Das kann mit manchen Säughlingen wenn ich auf meine vier Kinder gucke Total entspannt und cool sein.

00:19:41: Das kann aber auch wahnsinnig nervenaufreibend und anstrengend sein!

00:19:44: Erstmal musst du alles an Zeug mitschleppen, Wirkeltasche... Fläschchen, falls du nicht stillst oder alles was du zum Stillen brauchst.

00:19:52: Dann ist die Frage wo stelle ich hier?

00:19:53: Habe ich einen Ort wo ich mich vielleicht auch wohlfühle überhaupt zurückziehen kann?

00:19:56: gibt es da oder muss ich einfach im Wartezimmer irgendwie gucken dass sich mein Kind stille fühlt?

00:20:00: bin ich die Person die sich damit wohlfühlt oder nicht?

00:20:03: guck mal und du hörst schon während ich das erzähle.

00:20:05: da sind so viele Faktoren die je nachdem was für eine Art von Persönlichkeit wir sind eben auch Stress in uns erzeugen Und ich kann mich gut daran erinnern.

00:20:15: Grundsätzlich hatte ich kein Problem damit da, in der Öffentlichkeit zu stillen.

00:20:18: Aber eben alles dabei zu haben nicht so wissen wie lange es dauert geht das in eine Schlafenszeit rein oder nicht?

00:20:24: So ein bisschen auch um meinen Tag zu strukturieren und auch für mich wieder einen Ruhepult zwischendurchzufinden.

00:20:29: Das hat schon den einen Teil des Stresses gemacht.

00:20:32: Dann gab es den Teil des Stresses in der Testsituation.

00:20:35: Du erzählst über dein Kind du merkst du wirst beäugt Und fragst dich erzähle ich dir das Richtige?

00:20:41: ist das gut zu bewerten, was ich hier gerade über mich und meinen Kind sagen kann oder eben nicht.

00:20:47: Und dann siehst du wie jemand da einfach Kreuze macht auf einem Zettel und Dinge einordnet und zuhört und im Zweifelsfall auch gar nicht groß empathisch zuhörts sondern dass einfach der macht seinen Job.

00:20:58: Der nimmt es auf!

00:20:59: Und er geht auch in ganz klares stringentes Prozedere durch mit dir und deinem Kent in dieser Testung.

00:21:05: Und weißt Du?

00:21:06: Das Spannende ist... ...und das kann ich erst im Nachgang reflektieren.

00:21:10: Ich bin dann manchmal nach Hause und es ist eine Riesenlast von mir abgefallen, als ich aus der Tür vom SPZ rausgegangen bin.

00:21:17: Und ich konnte gar nicht so richtig benennen warum!

00:21:20: Heute kann ich dir sagen dass damals in mir ein Thema wach geworden ist das sich irgendwie beweisen wollte.

00:21:26: wir machen das ziemlich gut unser Kind macht das auch ziemlich gut.

00:21:31: und ich hatte vor allem Thema damit dass obwohl ich eben gesehen habe dass mein Kind sich gut entwickelt und das hat es wirklich natürlich in der Testung Tests angesetzt werden, die die Schere aufzeigen wollen zwischen neurotypischer Entwicklung und nicht neurotypeischer Entwicklung.

00:21:49: Und das heißt da ist immer ein Stück weit defizitorientierter Blick mit dem Raum und auch immer die Rückmeldung über dein Kind ist ein Stück weiter defiziteorientiert Mit einer Ausrichtung was du jetzt tun kannst um das irgendwie in die richtige Bahn zu lenken in den Griff zu kriegen hinzubekommen.

00:22:09: Und ich habe in meinem Leben sehr häufig die Erfahrung gemacht, dass ich in einer anderen Art strukturiert strategisch denke als andere Menschen.

00:22:18: Dass ich an eine anderen Art Dinge auseinandernehme wieder zusammen setze und verstehe.

00:22:24: Und das ganz häufig zum Beispiel im ganz klassischen Schulsystem dazu geführt hat, dass mein Weg der falsche war.

00:22:30: Das mir aufgezeigt wurde ... In meiner Wahrnehmung?

00:22:33: Das ist ein ganz objektives Empfinden!

00:22:35: Ich kann mich nicht erinnern, dass es wirklich massiv jemand zu mir gesagt hätte Aber in meiner Wahrnehmung hat es mir immer das Gefühl vermittelt, von eigentlich bis zu ein bisschen zu drucken.

00:22:43: Also eigentlich bist du nicht richtig clever so.

00:22:46: Liegt ja auf der Hand wie man's macht?

00:22:47: Wieso machst du das denn nicht so?

00:22:49: Und ich erzähl dir diesen privaten Aspekt an dieser Stelle, damit du verstehen kannst... Das hat mit der Situation im SPZ nichts zu tun!

00:22:59: Aber es gab eine Ähnlichkeit des Empfindens und die Ähnlichheit des Empfinden verursacht Stress.

00:23:06: Die ruft in meinem Gehirn etwas auf.

00:23:09: Dafür muss ich nicht mal die klare Situation benennen können.

00:23:12: Aber ich weiß, das gab's schon mal.

00:23:13: diese Erinnerung und daraus projiziert mein Gehirn nach vorne was jetzt wahrscheinlich ist, was zu erwarten ist und empfindet diesen Stress noch einmal nach.

00:23:22: Und es hat eine Weile gebraucht Ich würde mal sagen so gut ein halbes Jahr bis ein Jahr Bis ich gemerkt habe Es passiert mir ja immer wieder.

00:23:30: Also es passiert mehr in den vielfältigsten Situationen plötzlich mit meinem Pflegebedürftigen Kind bei Ärztinnen, bei Therapeutennen im SBZ.

00:23:41: Und dann habe ich mich gefragt warum passiert mir das denn eigentlich?

00:23:43: Was ist denn da los?

00:23:45: Was stresst mich denn daran so sehr?

00:23:47: und... Ich erzähl dir das deshalb weil es so hilfreich ist zu verstehen weshalb ich das tue was ich tue.

00:23:53: Ich coache pflegende Eltern nicht weil ich ihre Welt plötzlich total vereinfache.

00:24:02: eine neue Form von Erkenntnis über sich selbst kommen können, in einer neuen Form von Souveränität und Sicherheit und Vertrauen.

00:24:10: In der sie in Situationen gehen können die vorher anspannungsgeladen waren und sich dann zeigen als ich weiß wer hier bin?

00:24:17: Ich weiß was ich hier tun kann und was nicht!

00:24:20: Und mit mir und meinem Kind fühle ich mich ja wohl.

00:24:23: Deshalb mache ich das.

00:24:24: Weil ich diese massive Erfahrung gemacht habe, was das bedeutet wenn du eben diese Themen bearbeiten kannst Weißt, ja da sind Defizite auf die wird heute geguckt werden.

00:24:35: Und du weißt das es ein Defizit ist was sich dadurch errechnet dass ein neurotypisches Kind sich an dieser Stelle anders verhalten würde als dein Kind mit geistiger Behinderung.

00:24:45: und plötzlich bin ich anders im Raum dar.

00:24:48: Ich kann mich entspannen und möchte etwas mit dir teilen Eine Erfahrung, die ich gemacht habe nachdem sich das für mich gewandelt und nicht mehr so stressgeladen war im Austausch mit fachlicher Expertise zu sein.

00:25:02: Ich habe häufig festgestellt dass mir eine ganze Welt entgangen ist weil ich so stress geladen war.

00:25:10: Mir ist oft die ganze Welt dessen entgangen dass mein Gegenüber auch manchmal Stress hatte.

00:25:17: Stress damit dass ich eine andere Meinung habe Stress damit, dass ich eben nicht alles mit mir machen lassen könnte oder nicht zu einem Jahr und Arm sage.

00:25:27: Oder auch eine Kompetenz an Zweifle – das sich in einen Konflikt einträte!

00:25:33: Das ist für viele Menschen Stress.

00:25:35: Jetzt bin ich nicht so der Mensch.

00:25:36: Der Konflikt sucht.

00:25:38: Ich meide den nicht aber ich suche ihn nicht sondern ich such eigentlich immer den gemeinsamen Nenner.

00:25:44: Wofür sind wir hier zusammen?

00:25:46: Was wollen wir eigentlich gerade erreichen in dieser

00:25:47: Situation?".

00:25:48: Und zum Beispiel die Erfahrungen im SPZ haben sich für mich unfassbar gewandelt oder auch die Erfahrung in Elterngesprächen, haben sich wahnsinnig geändert.

00:26:00: Weil ich jetzt da sein kann als Ich – als die Mutter meines Kindes!

00:26:05: In der Beziehung dass ich mein Kind für wertvoll, für voller Potenzial und auf Augenhöhe annehme.

00:26:14: Und immer wenn ich so da sein kann ich eben auch in Verhandlungen eintreten.

00:26:20: Und diese Verhandlung ermöglicht mir plötzlich, dass sich etwas ganz Tolles kann was ich in den ersten Momenten als pflegende Mutter nicht konnte.

00:26:30: Ich kann mir die fachliche Expertise, die Kompetenz und die Handlungsfähigkeit meines Gegenübers zu eigen machen.

00:26:38: Ich kann einen Auftrag aufsprechen, ich kann ein Hinterfragen in den Raum stellen um noch mehr rauszuholen.

00:26:45: Um besser zu verstehen welche Kompetenz da rein wirkt und mit teilzuhaben an dem was der Andern weiß.

00:26:52: Um gemeinsam Entscheidungen zu treffen die gut für dieses Kind sind!

00:26:57: Und nicht weil es schon zwanzig Kinder vorher gab die mit dem Down-Syndrom dort auf dem Stuhl gesessen haben.

00:27:03: Das erreicht zu haben hat mich bereichert.

00:27:07: Mein Kind mit einer geistigen Behinderung zu haben, hat mich immens bereichert.

00:27:12: Es hat mir dieses wahnsinnige Geschenk gemacht über etwas hinwegzukommen was mir ganz unbewusst einfach mit in meinen Prägungszeitraum und Erfahrungsschatz hineingelegt wurde.

00:27:25: Ich kann mich behaupten!

00:27:27: Und ich kann es in meiner Art tun, ich kann das zufriedfertig tun.

00:27:30: Ich kann es kooperativ tun und mit einem Lächeln tun – für das Kind, das ich liebe!

00:27:38: Und ich sage dir was es mit mir macht?

00:27:39: Es macht mich stolz, dass egal wie defizit orientiert jemand auf meinen Kind guckt, es nichts mehr an dem Potenzial macht oder an der Wertschätzung, die ich für dieses Kind habe.

00:27:55: Es ändert nix.

00:27:57: Diese Meinung darf da sein, ich muss es nicht rechtfertigen.

00:28:02: Ich muss nicht dagegen ansprechen!

00:28:03: Ich kann das hinterfragen und ich kann auch merken der andere kann gar nichts sehen was ich sehe.

00:28:09: Der hat viel weniger Kompetenz zu meinem Kind als ich und kann entspannt sein in dieser Situation.

00:28:17: Ich erzähle dir all das weil ich weiß dass so viele Menschen im Austausch mit fachlicher Expertise und Kompetenzen Stressreaktionen haben, Ängste, eine Scham.

00:28:30: Sich irgendwie schuldig fühlen wenn man was vermeintlich nicht richtig gemacht hat.

00:28:34: Sich ärgern dass man nicht gesagt hat, nicht schlagfertig genug war für das was man eigentlich hätte gerne loswerden wollen.

00:28:42: Ich habe es so viele Menschen schon im Coaching begleitet die genau an solchen Punkten standen und Die Erfahrung zeigt mir mein Erfahrungsschatz zeigt mir Dass die Entwicklung darin vielfältig und bunt ist.

00:28:55: Jeder Mensch kann seinen eigenen Weg des Umgangs damit finden, das muss nicht meiner sein.

00:29:00: Und ich erzähle dir meinen heute nur um dir die Zuversicht mitzugeben und den Mut!

00:29:05: Sowohl wenn du ganz am Anfang deiner Reise fliegende Elternschaft stehst als auch wenn du schon total viele Jahre hast und merkst da sind immer noch so Situationen über die ich nicht hinweggekommen bin bisher.

00:29:18: Ich mag dir die Zufersicht vermitteln von dein Gehirn ist neuroplastisch.

00:29:22: Du kannst Dinge neu lernen.

00:29:25: Es gibt eine Schule des Verlernens, wie der Maulwurf sagen würde im Buch Der Junge, der Fuchs und das Pferd.

00:29:33: Und ich mag dich einfach dazu ermutigen, dir die Menschen zu suchen, die dir aufzeigen, wie gut du das machst – und dies in der Art machen, dass es glaubwürdig für dich

00:29:48: wird."

00:29:49: die in der Art an Deiner Seite sind, Dich reflektieren, beobachten und wahrnehmen und es Dir zurückspiegeln können wie Du es selber vielleicht noch nicht kannst.

00:29:59: Weil ich Dir wünsche, dass du irgendwann in jeder Begegnung mit fachlicher Expertise – Mit Erfahrungsschatz!

00:30:07: Als DIE Person da ist, die eben auch Expertise- und Erfahrungsschat hat.

00:30:13: Alles Liebe für Dich.

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