#74 - Erfahrungsschatz
Shownotes
In der heutigen Folge möchte ich mit Dir über Glück sprechen. Über unser Empfinden von Glück, wie wir uns darein entwickeln und was glücklich sein am Ende des Tages letztendlich ist. Vor allem dann, wenn man pflegendes Elternteil ist.
Viel Freude beim Zuhören, Reinfühlen und Verstehen.
Alles Liebe Ini
Mein Name ist Ini Martius und ich bin Emotions Mastercoaching für pflegende Elternteile und Paare. Um Austausch, Impulse und das Arbeiten an deinen Themen an einem digitalen Ort zu vereinen, habe ich 2025 die "ausserordentlich & glücklich - Akademie" gegründet.
Im Podcast nehme ich dich mit in meine Erkenntnisse und Prozesse, sowie in emotionale Interviews mit GästInnen, die selbst eine außerordentliche und glückliche Lebensgeschichte mit dir teilen. Falls du Fragen an mich hast oder dir auch Begleitung und Unterstützung wünschst, wende dich an hallo@ausserordentlichgluecklich.de
Wir freuen uns, dich und deine Geschichte kennenzulernen!
Dieser Podcast ist eine Produktion der außerordentlich & glücklich-Akademie 2026
Idee: Irina Martius Konzeption: Irina Martius & Nadine Querfurth Produktion / Schnitt / Gäste-Management: Nadine Querfurth (@nadinequer)
Instagram: @ausserordentlich_gluecklich
Transkript anzeigen
00:00:09: Hallo und herzlich willkommen bei außerordentlichem Glücklich, dem Podcast über das echte Leben.
00:00:14: Seine Herausforderung und wie man das Glück darin findet!
00:00:18: Mein Name ist Inni Marzius.
00:00:20: ich bin Emotionscoachin und die Stimme hinter der gleichnamigen Akademie, dem Insta-Account & Blog.
00:00:31: In der heutigen Folge möchte ich mit dir über Glück sprechen unser Empfinden von Glück Wie wir uns da reinentwickeln und was glücklich sein am Ende des Tages denn wirklich ist, vor allem dann wenn man pflegendes Elternteil ist.
00:00:48: Viel Freude beim Zuhören, beim Reinfühlen und Verstehen!
00:01:01: Hallo und schön dass du heute da bist bei dieser Folge.
00:01:05: Und während du mir zuhörst möchte ich dir heute mitteilen wir beide sind heute nicht allein in diesem Raum Denn mein Hund der mittlerweile bald vierzehn Jahre alt ist liegt heute mit dem Büro Schließe ich ihn meistens von der Podcastaufnahme auf, weil wir immer wissen es kann sein dass er zwischendurch mal schnarcht oder träumt.
00:01:23: Oder irgendwas ein Geräusch von sich gibt.
00:01:26: Aber Ich bringe's im Moment nicht mehr übers Herz ihn raus aus dem Raum zu schicken Weil...ich weiß das er sich hier einfach am wohlsten fühlt.
00:01:34: Deshalb wundere dich nicht wenn du Nicht so wie gewohnt eine ganz sauber geschnitten Folge von Nadine bekommst in der es keine Nebengeräusche gibt dass das echte Leben und zu diesem echten Leben gehört dieser treuer Begleiter einfach auch dazu.
00:01:47: Und vielleicht ist es ein guter Einstieg für das, wobei ich heute mit dir sprechen möchte, dass Glück eben etwas ist was unsteht ist sich entwickelt und vor allem daraus besteht wie wir die Dinge betrachten, die uns glücklich machen.
00:02:05: Auf den Gedanken gebracht hat mich einen Team-Meeting Die selber Mutter eines Kindes mit dem Down-Syndrom ist und die von ihrer Diagnose schon pränatal gewusst hat.
00:02:18: Ich durfte Janine im Einzelcoaching eine Weile begleiten, es gibt auch eine Podcastfolge mit ihr, die du dir noch mal anhören kannst und wo sie selber auch nochmal ganz viel über diesen Weg berichten kann.
00:02:28: Und wir haben in diesem Meeting darüber gesprochen, dass wir wahrnehmen, dass dieses Fortschreiten von sich hinein entwickeln in das eigene Lebensglück eben ein ganz eigenes Tempo hat und oft ganz leise daherkommt.
00:02:46: Ich persönlich nehme wahr, dass jetzt wo mein ältestes Kind schon zehn Jahre alt ist – das mit dem Down-Syndrom auf die Welt gekommen ist -, dass ich erst heute anfange, ein Verständnis davon zu haben was es bedeutet einen Menschen der Familie zu haben der eine geistige Behinderung hatte.
00:03:06: Denn so viele Videos Dokus oder Berichte, ich mir anschaue über Familien in denen ein Mensch mit dem Down-Syndrom lebt ist es eben doch eine ganz individuelle Erfahrung welcher Mensch bei dir ist und wie du auch mit all dem umgehst was damit einhergeht.
00:03:27: Und als ich mit Janine darüber gesprochen habe ist uns aufgefallen wie es schon so ne ganz große Entwicklung des Glücksempfindens darin gibt weil wir eben auch den Entwicklungs Sprüngen und Schritten, Meilensteinen unserer Kinder sonst ein Stück weit folgen.
00:03:44: Wenn wir natürlich diese Diagnose vor Augen haben und das Kind noch gar nicht da ist, dann ist es total verständlich dass wir Ängste entwickeln.
00:03:52: Dass wir auch darüber nachdenken, dass es nicht das war was wir uns vorgestellt hatten wie's sein würde wenn wir Eltern werden.
00:03:59: Das doch vermeintlich bei den meisten Familien einfach ein Kind in die Welt kommt Das ist gesund, das ist neurotypisch.
00:04:09: Das hat keine Gen- oder Chromosomanomalien und da läuft alles irgendwie so sein normalen Weg!
00:04:18: Und das ist ja eigentlich ein ganz witziger Gedanke weil ich tatsächlich keine Familie kenne in der ein Kind auf die Welt kommt und es einen normalen Wege geht.
00:04:30: Es ist doch so, dass wir – wenn wir ein Elternpaar sind und auf die Idee kommen und die Entscheidung treffen, wir wollen gemeinsam einen Kind haben.
00:04:37: Dann freuen wir uns auf die Vorstellung wie es ist, gemeinsam Leben in der Welt zu holen!
00:04:43: Ein Menschen zu schaffen, der irgendwie ein Teil du-und ein Teil ich is'.
00:04:48: Das ist ein schöner romantischer Gedanke.
00:04:51: Wir holen aber einen ganzen Menschen ins Leben.
00:04:54: Einen neuen eigenen Menschen aus der Mischung von Du und Ich?
00:04:59: eben auch noch das mitbringt, was er oder sie selber ist.
00:05:03: Damit fängt Entwicklung einfach schon an – weil wir plötzlich anhand dessen wie wir damit umgehen wollen mit diesen Menschen, der so ganz neu für uns ist und der auch ganz neu ins Leben findet, wie wir den da rein begleiten?
00:05:17: Wenn dein Kind eben dann eine Diagnose hat, dann wirft es dich nochmal mehr darauf zurück, dass du dich fragen wirst… Wie gehe ich mit all dem um, was das von mir
00:05:27: erfordert?".
00:05:28: Wer bin ich darin?
00:05:30: Muss sich am Kreissaal meine Leichtigkeit, meine Zuversichtlichkeit meinen Lebensmut abgeben.
00:05:37: Weil da jetzt ein Kind mit Behinderung am Ende des Tages auf mich wartet von dem ich noch nicht weiß wie es dann werden wird in meinem Leben!
00:05:44: Ich kann dir nach zehn Jahren die ich das Ganze als Mutter erlebe und auch seit vielen Jahren die andere Eltern- und Menschen darin begleite wird ihren Kindern zusammenzuwachsen sagen dass Ein Wechselspiel ist.
00:06:01: von Es entwickelt sich etwas, wir nehmen es erst mal wahr.
00:06:06: Wir nehmen es an – es wird selbstverständlich und dann entwickelt sich wieder etwas Neues.
00:06:13: Während da am Anfang vielleicht die Sorge ist kann ich mein Kind stillen hat es einen Herzfehler braucht eine Operation müssen wir länger auf der Intensivstation bleiben hinzu Wie wird es gestillt, braucht es eine Sonde?
00:06:28: Kann es sich gut ernähren ja oder nein?
00:06:30: Hinzu kommt es in die Motorik.
00:06:33: Hat es da Schwierigkeiten.
00:06:35: Bis hin zu kommt es an die Sprache.
00:06:37: Kommt das in die sozialemotionale Entwicklung.
00:06:41: All das sind so Bausteine, die man als pflegender Elternteil durchläuft.
00:06:45: und dass Spannende daran ist – und das Gute auch daran -, dass man die gar nicht alle gleichzeitig auf dem Schirm haben kann!
00:06:53: Und das Entwicklung auch idealerweise gar nicht so verläuft.
00:06:56: Die Entwicklung von Kindern verläuft zwar in vielen Bereichen, dessen was passiert schon ein Stück weit parallel doch einzelne Entwicklungsschritte brauchen eben oft auch diese Entwicklungsverarbeitungskraft an einer Stelle wo sich dann erstmal etwas zeigt.
00:07:10: Das wirst du vielleicht kennen von deinem Kind ne?
00:07:12: Wenn es irgendwie sich ganz sehr darauf konzentriert zum Beispiel im Moment irgendwie nach etwas zu greifen Dann sind andere Dinge wie das Lautieren erst mal so'n Stück weit in den Hintergrund getreten.
00:07:23: Und ich erzähle dir das alles gerade, weil ich im Gespräch mit Janine noch mal festgestellt habe, dass wir von Entwicklungsschritt zu Entwicklungssschritt immer nach vorne gucken.
00:07:35: Oft mit einer Sorge oder auch mit einer Hoffnung, dass das doch alles gut gelingen möge.
00:07:42: und in dieser Sorge- oder auch dieser Hoffnung gucken wir nicht nur freudvoll da drauf sondern wir beäugen das ob das denn jetzt gelingt Was es von unserer Seite braucht, wie das im Außen vielleicht auch Unterstützung erfährt.
00:07:58: Und in diesem Beäugen liegt eben auch so ein ständiges Abwägen, ständiges Bewerten dessen was mir begegnet und wie ich den begegne – und dieses Bewert löst in uns eben auch ganz schnell so einen Empfinden von Unsicherheit aus!
00:08:13: Von Zweifel, von innerlich nochmal nachfragen, nochmal nachjustieren.
00:08:17: ist es richtig, so?
00:08:17: ist es gut so, mache ich das gut so?
00:08:19: Ist mein Kind schon weit
00:08:20: genug?!
00:08:21: Und das ist meistens nicht unbedingt davon geprägt, dass wir uns total gut damit fühlen.
00:08:25: Das ist viel eher von einem Missempfinden geprägt.
00:08:30: Oft fühlt sich das druckig an und angespannt.
00:08:33: Oft nehmen wir uns selber darin wahr, dass weh unruhig sind, schneller gereizt... Dass wir ja nicht soviel Gelassenheit haben!
00:08:40: Und eigentlich?
00:08:41: Wenn man das ganz oft ganz faktisch anguckt mit vielen Eltern dann ist es nicht so, dass außen jemand wirklich steht und sagt, das muss aber jetzt morgen soweit sein.
00:08:50: Also ihr müsstet jetzt schon mal dahin kommen, dass du hast dein Kind noch nicht da unterstützt das oder deinen Kind zeigt noch nicht dieses und jenes.
00:08:57: Damit möchte ich gar nicht sagen, dass TherapeutInnen oder auch ÄrzteInnen nicht manchmal auch ein Feedback- oder eine Bewertung lassen die schon was mit einem macht aber es passiert uns ja nicht täglich.
00:09:06: Wir haben ja nicht Täglich so ne Messlatte sondern die machen wir oft selber.
00:09:10: Und aus dieser Messlatten um diesem inneren Zweifel und Unsicherheiten entsteht halt ganz oft so ein musst doch etwas tun damit es gelingen kann und aus diesem Tun entsteht eine Anstrengung.
00:09:21: Und aus Anstrendungen entsteht eben am Ende des Tages überraschenderweise auch manchmal eine Erschöpfung, und das kennen ganz viele Eltern von pflegebedürftigen Kindern, dass wir Erschöffungen empfinden – und ich sage dir ganz ehrlich zu Recht!
00:09:37: Da ist so viel, soviel mehr Kommunikationsaufwand doch im Außen.
00:09:40: So viel mehr Bewertung mit der wir durch die Welt laufen.
00:09:43: Soviel unsere eigenen Glaubenssätze nochmal angucken anpassen und unser Kind begleiten.
00:09:48: Dass da wirklich einfach das Erschöpfungsempfinden ein anderes ist als in Familien, die noch typisch sind.
00:09:55: Die den vermeintlich leichten Weg geben, denen es in diesen Familien eben auch nicht gibt.
00:09:59: aber das ist ein anderes Thema.
00:10:01: Ich erzählte das deshalb weil wir in der Akademie Ganz häufig darauf treffen, dass Menschen das Gefühl haben sie sind nicht mehr in der Leichtigkeit.
00:10:09: Die lachen zu wenig die sind so oft gereizt, die haben so oft Ängste, sind so often treu ruhig oder enttäuscht.
00:10:15: Das lagert sich auf die Paarbeziehung um Oder auf die Eltern-Kind Beziehungen oder auf eine grundsätzliche Gereiztheit Auf das Gefühl irgendwie Ablehnung zu erfahren sich ein bisschen ausgegrenzt zu fühlen von der Gesellschaft, an Struktur Grenzen zu stoßen.
00:10:29: Und in all diesen Erlebenswelten taucht halt selten auf das mir jemand dann berichtet im Erstgespräch und weißt du was?
00:10:36: Darin bin ich total glücklich!
00:10:39: Ich habe einen spannenden Bericht gelesen über die Einordnung vom Glücklichsein darüber dass es eben nicht nur darum geht, dass wir Sinnhaftigkeit erfahren oder Glück sondern auch darum geht psychologischen Reichtum zu erfahren, dass wir eben eigentlich gar nicht dieses ganz gradlinige normale unauffällige Leben fühlen wollen.
00:11:06: Dass wir eben genau in diesen Bahnen dann anfangen den Sinn zu hinterfragen das Glück nicht mehr in den kleinen Dingen finden können.
00:11:13: Wir brauchen die Krisen!
00:11:15: Wir brauchen der Herausforderung, wir brauchen die Anpassungsleistungen und selber zu hinter fragen ob die sind, mit denen wir glücklich sind.
00:11:26: Und das ist ein spannender Gedanke, den ich dir einfach mitgeben mag, denn was ist denn Glück?
00:11:32: Ist Glück etwas, dass wir wirklich bemessen können?
00:11:36: oder ist Glück ein Empfinden in dem wir uns ganz sehr nahe kommen und dem, was unseren Wohlbefinden bereitet – wo wir wohlwollend, gönnend, zutrauen dankbar Erfürchtig auf das Schauen, was uns passiert ist und wer wir darin eben geworden sind.
00:11:56: Glück finden wir meistens dann wenn wir uns über uns selbst erstreckt haben – und uns darin selber wieder begegnen!
00:12:05: Ich bin der festen Überzeugung dass Glück ganz viel mit Selbsterkenntnis-und Selbsterfahrung zu tun hat.
00:12:14: Sich selber im Leben wahrnehmen so wie man da drin ist, wie man Dinge schafft, meistert oder auch scheitert….
00:12:20: und liebevoll mit sich darin sein zu können.
00:12:23: Sich da reinfallen lassen zu können im Vertrauen von, es ist gut so wie es ist – ich bin gut so als ich bin!
00:12:31: Glück werden wir mit den verschiedenen Entwicklungssprüngen unserer Kinder immer mal wieder erfahren dürfen.
00:12:39: Und das wird sich auch immer wieder ein bisschen leichter anfühlen wenn wir aus der Retrospektive heraus wahrnehmen dass wir eben dazu beigetragen haben dass die Dinge gelingen.
00:12:50: Wir können nicht immer erwarten, dass in den Zeiten unseres Lebens wohnen etwas umraucht, wohnt etwas überrascht, traurig macht oder Angst.
00:12:58: Dass es sich darin sofort gut anfühlt!
00:13:01: Das ist tatsächlich einfach nur die emotionale Unreife von «Oh Gott da sind unangenehme Gefühle.
00:13:07: bitte, nimm sie ganz weit von mir».
00:13:09: Doch genau das macht eben psychologischen Reichtum aus, unangeniere Gefühler aushalten zu können – so spüren Am Ende des Tages nichts an dir kaputt machen, dass sie vergehen können und das du danach immer noch da bist als die Person, die es aushalten konnte.
00:13:30: Die darin zu neuer Perspektive, neue Handlungsfähigkeit und neuem Vertrauen finden konnte.
00:13:38: Und das braucht Zeit!
00:13:40: Das braucht die Zeit von Entwicklungsprozessen – das ist nicht einfach sofort da!
00:13:45: und schon gar nicht, wenn da beängstigende Nachrichten in unser Leben hineintreten oder eben Schicksalsschläge oder eine Krankheit die uns oder unser Kind betrifft oder eine Behinderung mit der wir eben nicht gerechnet haben.
00:13:57: Es kann dann gar nicht da sein!
00:14:00: Das wäre doch total eigentümlich, wenn wir als Menschen jede Erfahrung, die wir machen, die uns wirklich an unsere Grenzen bringt einfach annehmen und sagen ach gut ist du da, bestanke Wir brauchen, dass es uns einmal auf den Boden der Tatsachen stellt.
00:14:17: Dass wir ganz sehr mit uns in Kontakt kommen und unseren Werten und das wir darin vielleicht herausfinden – was unser Glück eigentlich ausmacht!
00:14:25: Mit welchem Ich von uns wir denn eigentlich am glücklichsten sein wollen?
00:14:30: Und an welchen Maßstäben wir das messen lassen
00:14:34: möchten?!
00:14:35: Als Eltern eines Kindes mit Behinderung werden wir auf dem Boden der soziale emotionale Reife, das Toleranz, Wertschätzung und Unterstützung an vielen Stellen gar nicht so selbstverständlich sind wie wir uns das wünschen würden.
00:14:54: Und auf diesem Boden der Tatsachen dürfen wir uns fragen wer möchte ich darin sein?
00:15:00: Wie möchte ich die Welt des Miteinanderes Vorbild sein und gestalten um mein Kind in dieses Leben zu begleiten Dieses Kind, was ich mir gewünscht habe als ein Ergebnis vom Du und Ich.
00:15:14: Dass jetzt da ist – also selbst!
00:15:16: Und nicht um mein Glück
00:15:18: hervorzubringen.".
00:15:20: Und dann dürfen wir auf diesem Boden der Tatsachen eben auch erkennen zu was wir wirklich fähig sind.
00:15:28: Wir müssen nicht ständig nach noch mehr Leistung, noch mehr Sinnhaftigkeit, noch more Besitz im Leben streben sondern plötzlich werden wir merken das es auf dem Boden immer um uns geht, darum wie wir uns in diesem Leben fühlen.
00:15:44: Wie sich andere mit uns darin fühlen, wie wir etwas ermöglichen was über uns hinausgeht.
00:15:51: Wie wir einstehen können für Liebe, für Toleranz, für Wertfreiheit und Wertschätzung und dadurch etwas mitbereichern das nicht nur uns bereichert sondern auch die Beziehung zu unserem Kind und auch die beziehungen zum Außen.
00:16:07: Ich weiß dass Glücksmomente in pflegender Elternschaft, an vielen Entwicklungsstellen nicht das Erste sind was uns einfällt.
00:16:16: Weil ich jedem auch weiß dass unser Gehirn negativer Erlebnisse stärker bewertet aus einem ganz einfachen Grund es möchte verhindern dass wir das noch mal erfahren.
00:16:27: Es merkt sich diese Dinge mit so viel stärkere emotionaler Intensität und soviel Detailgenauigkeit damit wir im Idealfall nicht nochmal da reinlaufen.
00:16:38: Und gleich bedeutend dazu können am Tag wundervolle Dinge geschehen sein.
00:16:42: Wir können einmal kurz geschmuntselt haben, weil unser Baby uns anlächelt mit Behinderung!
00:16:48: Wir können darüber gelacht haben dass wir in der Klinik ein Stillprotokoll führen müssen bei dem uns eine sehr liebevolle Stilschwester sagt, tragt einfach die hundert Gramme mehr ein und lasst euch und eurem Kind die Ruhe.
00:17:04: dass genau dieses Kind uns ausgesucht hat, weil wir doch eigentlich auch vorher gesagt haben jedes Kind darf so kommen wie es will.
00:17:15: Manchmal vergesse ich selbst mich daran zu erinnern, wie glücklich ich bin in diesem ziemlich außerordentlichen Leben was sich führe.
00:17:24: Wie glücklich Ich darüber bin damals diesen Poesieintrag meiner Oma gefunden zu haben die eben auch ein Zwillingspaar hatte bei dem ein Kind eine Behinderung hatte und früher verstorben
00:17:34: ist.".
00:17:35: In dem Stand Das größte Glück im Leben ist eine außerordentliche unglückliche Familie.
00:17:42: Und heute, nach zehn Jahren Eltern schafft mit einem Kind mit Behinderung kann ich dir sagen sie hat Recht!
00:17:48: Ich weiß dass mein psychologischer Reichtum sehr groß ist und manchmal hätte ich mir gewünscht das diese Schatztruhe kleiner wäre.
00:17:55: Dass da weniger tiefe Erlebnisse drin wären, dass sich weniger tiefgreifende emotionale Erfahrungen in meinem Leben gemacht hätte.
00:18:03: doch dann wär' ich nicht ich dann würde ich meine Kinder nicht so begleiten können, wie ich es tue.
00:18:09: Dann würde ich wahrscheinlich auch nie vor diesem Mikrofon sitzen und meine Gedanken mit dir teilen damit du deine Gedanken damit einmal kurz abgleichen darfst.
00:18:19: Mal reinfühlen darfst was es mit dir macht – wie groß der psychologische Reichtum deines außerordentlichen Lebens ist!
00:18:27: Und das ist völlig egal ob ich damit hundert Millionen Menschen erreiche oder eben nur Hundert, für die es wertvoll ist.
00:18:36: Es ändert nichts an dem, dass ich es aus mir heraus tun möchte und dass es irgendjemand erreichen wird, der es an diesem Tag gerade gebrauchen kann.
00:18:47: Das wahre Glück meines außerordentlichen Lebens ist, das sich aufhören darf, mich zu hinterfragen – noch provokativer sein muss, um wertvoll zu sein.
00:19:02: Ich bin es schon längst und ich kann es sagen ohne jede Überheblichkeit, weil ich es für mich bin und für niemand andern sein muss.
00:19:11: Und wenn es aus dieser inneren Ruhe und Überzeugung heraus für mich so klar ist – ja dann, dann kann ich es auch vor Leben und weitergeben an meine Kinder die Menschen, die mit ihnen in Berührungen kommen Die Menschen, die noch Berührungsängste haben.
00:19:29: Die Menschen?
00:19:30: Die nicht den gleichen Erfahrungsschatz haben wie ich!
00:19:33: Ich darf sie einladen das Schöne darin zu sehen – ich darf Sie einlad'n Ängste gehen zu lassen.
00:19:39: Mit Deinerne einzuladen und Darin darf es leicht sein.
00:19:45: Ich wünsche Dir dass du egal wo Du grad in deinem Leben stehst Wie groß die Herausforderung oder wie groß der Meilenstein da gerade hinter dir liegt Es dir möglich ist, hinzuschauen.
00:19:59: Wie viel Glück dem inne wohnt!
00:20:01: Wer du heute bist und wer du nicht geworden wärst wenn die Geschichte deines Lebens eine andere wäre.
00:20:09: Alles lieber und bis ganz bald.
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